ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2018GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Beratungen (1)

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GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Beratungen (1)

Dtsch Arztebl 2018; 115(42): A-1892 / B-1582 / C-1568

Pieritz, Anja

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Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) gibt es seit einiger Zeit Gebührenziffern für das hausärztliche geriatrische Basis-Assessment. Diese Komplexleistungen beinhalten einmal eine Art körperliche und geistige Befunderhebung (EBM-Nr. 03360) und zum anderen eine Art Beratungs- und Betreuungspaket (EBM-Nr. 003362).

Die fachlichen Anforderungen an die Ärzte, die im EBM für das geriatrische Basis-Assessment gefordert werden, wurden auch für die Bewertung dieser Leistungen nach der Amtlichen Gebührenordnung (GOÄ) für Ärzte vorausgesetzt. Ebenfalls vorausgesetzt wurde, dass die Patienten eine entsprechende geriatrisch geprägte Versorgung benötigen.

Bei den Komplexleistungen des EBM werden zahlreiche obligate und fakultative Leistungen mit einer Pauschale vergütet. Pauschalen sind in der GOÄ jedoch explizit ausgeschlossen. Aus diesem Grund wurde (soweit möglich) eine Zuordnung der in den Komplexen aufgeführten Leistungen des EBM zu einzelnen Gebührenpositionen der GOÄ vorgenommen und hierzu werden fünf Ratgeber erscheinen.Im Vordergrund bei dem geriatrischen Basis-Assessment stehen vor allem unterschiedliche Arten von Gesprächen (mit dem Patienten, ggf. den Angehörigen, Konsil mit dem mitbehandelnden Arzt/Ärzten, dem Pflegedienst etc.), Erhebung und Monitoring des altersspezifischen Gesundheitszustandes und des Gefährdungspotenzials (zum Beispiel Sturzgefahr) sowie weitere koordinierende Tätigkeiten.

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Die Gesprächsleistungen unterliegen in der GOÄ zahlreichen Ausschlüssen, sodass auch wichtige gebührenrechtliche Hinweise Erwähnung finden. So sind Beratungsleistungen grundsätzlich nicht nebeneinander berechnungsfähig. Sollten im Ausnahmefall zwei Gespräche an einem Tag notwendig sein, so können durch die Angabe der Uhrzeiten auf der Rechnung oft Missverständnisse und Rückfragen vermieden werden. Für die Anleitung zur Anpassung des familiären und häuslichen Umfeldes sind beispielsweise sowohl Gespräche mit dem Patienten, den Angehörigen und gegebenfalls dem Pflegepersonal notwendig.

Die „Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung – auch mittels Fernsprecher“ nach Nr. 3 GOÄ (150 Punkte) steht in der GOÄ für Gespräche, die länger als zehn Minuten dauern. Allerdings kann diese Leistung nur als einzige Leistung oder nur neben Untersuchungsleistungen nach den Nrn. 5, 6, 7, 8, 800 und 801 GOÄ stehen. Sobald weitere Leistungen (wie z. B. EKG, Laboruntersuchungen oder Injektionen) hinzukommen, kann die Nr. 3 GOÄ nicht mehr angesetzt werden. Auch muss ab der zweiten Berechnung der Nr. 3 GOÄ in demselben Behandlungsfall (Zeitraum ein Monat plus ein Tag) auf der Rechnung eine Begründung aufgeführt werden. Wenn keine der nachfolgend genannten Beratungsleistungen infrage kommen und die Nr. 3 GOÄ wegen weiterer Leistungen ausgeschlossen ist, kann auf die Nr. 1 GOÄ (80 Punkte) gegebenfalls mit erhöhtem Steigerungssatz und entsprechender Begründung (gemäß § 5 Abs. 2 ff. GOÄ) zurückgegriffen werden. Dr. med. Anja Pieritz

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