ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2018Appendizitis: Differenzialdiagnostik indiziert
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Das im Artikel als „unkomplizierte Appendizitis“ beschriebene Krankheitsbild wurde unter anderem von Sprengel (1) 1906 ausführlich beschrieben und als „chronische Appendicitis“ bezeichnet. Leider geriet die Diagnose durch Missbrauch in den 1920er-Jahren in Verruf (2, 3), und hat sich davon teilweise bis heute nicht erholt.

Die Antibiotikabehandlung im akuten Schub der chronischen Appendizitis ist meines Erachtens nicht indiziert. Sie beeinflusst den Fortgang der Erkrankung, der keine bakterielle Entzündung zugrunde liegt, nicht und könnte eine frühe, fortschreitende akute Appendizitis verschleiern und die notwendige Operation verzögern.

In der Gynäkologie steht die Appendizitis auf einer langen Liste von Differenzialdiagnosen, die oft mit konservativen diagnostischen Maßnahmen nicht hinlänglich geklärt werden können. In solchen Fällen kann eine diagnostische Laparoskopie hilfreich sein. Bei 290 laparoskopischen Appendektomien bei chronischer Appendizitis fanden wir in 66 % der Fälle periappendiculäre Verwachsungen, in 72 % eine vermehrte Gefäßinjektion im Appendixperitoneum und in 68 % eine Induration und Steifigkeit der nicht vergrößerten Appendix („Bubespitzle“) (4, 5). Eine präoperativ aufgeklärte laparoskopische Appendektomie mithilfe der in den Literaturstellen beschriebenen, die Patientin wenig belastenden, technisch einfachen und sehr sicheren Ein-Schlingen-Technik ist eine zuverlässige Therapie und Rezidivprophylaxe.

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Literatur beim Verfasser

Dr. med. Lothar Popp, 78354 Sipplingen

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