ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2018Transplantationsmedizin: Kurzfilm informiert über Gewebespende

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Transplantationsmedizin: Kurzfilm informiert über Gewebespende

Dtsch Arztebl 2018; 115(42): A-1884 / B-1575 / C-1561

Kahl, Kristin

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Transplantatempfängerin Signe Lenz-Somdalen erhielt durch das Transplantat die Chance, ein zweites Mal Mutter zu werden. Foto: DGFG
Transplantatempfängerin Signe Lenz-Somdalen erhielt durch das Transplantat die Chance, ein zweites Mal Mutter zu werden. Foto: DGFG

Einer neuer Kurzfilm der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) soll Wissenslücken rund um das Thema Gewebespende füllen und Menschen dazu anregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das Video zeigt unter anderem zwei Spendenempfänger, die im Rahmen der klinischen Studie ARISE eine menschliche Spenderherzklappe erhielten.

Signe Lenz-Somdalen ist eine der Protagonistinnen. Sie wurde mit einem Loch in der Herzscheidewand geboren und im Alter von 2,5 Jahren das erste Mal am offenen Herzen operiert. Erst die Transplantation ermöglichte ihr, erneut schwanger zu werden und ein zweites Kind zur Welt zu bringen.

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Auch Transplantatempfänger Dane Lees spricht über seine Transplantation als zweite Chance: „Bis dahin wusste ich nicht, wie meine Zukunft aussehen wird und wie lange ich leben werde.“ Die Operation habe ihm eine neue Lebensperspektive gegeben. Die Besonderheit beider Transplantate ist, dass es sich um zellfreie Herzklappen handelt. Der Hannover Herzchirurg Dr. Serghei Cabotari erklärt: „Die zellfreien Herzklappen haben den großen Vorteil, dass sie nicht abgestoßen werden.“ Grund hierfür ist, dass die Spenderklappe von Spenderzellen gereinigt wird. Wenige Monate nach der Transplantation wird es mit eigenen Zellen besiedelt. Dauermedikationen und wiederholte Operationen entfallen damit. „Das ist eine vielversprechende Therapieoption besonders bei jungen Patienten und bei Frauen mit Kinderwunsch“, so Cabotari.

Lenz-Somdalen resümiert: „Ich würde mich freuen, wenn andere Menschen sich mit dem Thema Gewebespende zu Lebzeiten auseinandersetzen und auch mit ihren Angehörigen darüber reden, damit sie im Fall der Fälle wissen, wie derjenige dazu steht.“ kk

http://daebl.de/ST64

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