ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2018Einladung zur Vorsorgekoloskopie bei familiärem Darmkrebsrisiko
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Hintergrund: Die Vorsorgekoloskopie kann die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms (KRK) reduzieren. Allerdings sind die Teilnahmeraten selbst in Risikogruppen niedrig. Ziel war es, die Teilnahmeraten an der Vorsorgekoloskopie bei Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko zu verdoppeln und die Häufigkeit von Neoplasien in dieser Risikogruppe zu ermitteln.

Methode: In einer deutschlandweiten clusterrandomisierten Multicenterstudie erhielten erstgradig Verwandte (EGV) von Patienten mit KRK schriftliche Informationen über das familiäre KRK-Risiko und eine Einladung zur Koloskopie. Teilnehmer der Interventionsgruppe erhielten zusätzlich eine telefonische Beratung durch Pflegekräfte. Primärer Endpunkt war die Koloskopieteilnahme innerhalb von 30 Tagen.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 50,8 Jahre. Die Koloskopieteilnahmeraten lagen bei 99/125 (79 %) in der Interventionsgruppe und 97/136 (71 %) in der Kontrollgruppe (RR = 1,11; 95-%-Konfidenzintervall: [0,97; 1,28]). Eine Polypektomie erfolgte bei 72 von insgesamt 196 asymptomatischen Personen (37 %). In 13 Fällen (7 %) wurde eine fortgeschrittene Neoplasie gefunden. Davon handelte es sich bei zwei Fällen um Darmkrebs der Stadien T0 und T1. Barrieren gegenüber der Darmspiegelung äußerten 42 % der Teilnehmer. Leichte Nebenwirkungen berichteten 22 Patienten. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.

Schlussfolgerung: Die zusätzliche telefonische Beratung durch Pflegekräfte erhöhte die Teilnahmerate nicht. Die Ansprache von Patienten mit KRK ist eine Möglichkeit, die Teilnahme von EGV an einer Screeningkoloskopie zu verbessern. Die ermittelte Häufigkeit von Neoplasien unterstreicht die Notwendigkeit eines Screenings von Verwandten, bevor sie die bisher geltenden Altersgrenze erreichen.

LNSLNS

Das kolorektale Karzinom (KRK) ist mit über 1,2 Millionen Fällen pro Jahr die dritthäufigste maligne Erkrankung (1) und mit über 600 000 Todesfällen pro Jahr die dritthäufigste Krebstodesursache weltweit. Erstgradig Verwandte (EGV) von Patienten mit Darmkrebs haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für diese Krankheit (2, 3). Damit unterstreichen empirische Daten die Notwendigkeit eines intensiveren Screeningprogramms für diese Population (4, 5).

Die Koloskopie gilt als Goldstandard der Früherkennung. Sie ermöglicht es, Vorstufen von Darmkrebs mit hoher Sensitivität zu erkennen und gleichzeitig zu entfernen (6, 7). Eine Fall-Kontroll-Studie aus Deutschland zeigte, dass die Koloskopie das Darmkrebsrisiko um 90 % verringert (8). In Deutschland besteht seit 2002 für Personen ab 55 Jahren die Möglichkeit, eine Früherkennungskoloskopie in Anspruch zu nehmen. Doch bisher wird lediglich ein opportunistisches Screening durchgeführt, das heißt, die Personen werden nicht dazu eingeladen. In der Altersgruppe von 55–74 Jahren lag die 10-Jahres-Koloskopieteilnahmerate in Deutschland bislang bei nur 20–25 % (9). Bei bekannter positiver Familienanamnese ergab eine deutsche Studie, dass sich die Koloskopieteilnahmerate auf 29 % verbesserte (10).

Auch international sind die Teilnahmeraten an der Koloskopie bei Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko von 14–69 % suboptimal (1113). Die Ursachen hierfür sind das invasive Verfahren mit dem Risiko von schwerwiegenden Komplikationen bei etwa 2/1 000 Untersuchungen (14, 15) und die Notwendigkeit einer umfangreichen Darmvorbereitung. Als patientenseitige Barrieren wurden wiederholt die Unkenntnis von Screeningoptionen (16), die Unkenntnis des familiären Risikos (1719), eingriffsbezogene Fehleinschätzungen (20, 21), unzureichende Kommunikation in der Familie (22) und sozioökonomische Faktoren (23, 24) ermittelt.

Sowohl die ausdrückliche ärztliche Empfehlung zur Teilnahme am Darmkrebsscreening (25, 26) als auch die individuelle Beratung bei bestehenden Barrieren und Bedenken (17, 27, 28) erhöhten die Inanspruchnahme der Koloskopie um 33 % beziehungsweise 27 %. Daher war es Ziel unserer Studie, eine aktive Einladung bei familiärem Darmkrebsrisiko in Verbindung mit individueller Beratung in einem nationalen Koloskopie-Screeningprogramm datenschutzkonform umzusetzen. In der Studie zur transdisziplinären Förderung der Screeningteilnahme bei Personen mit familiär erhöhtem Risiko für kolorektale Karzinome (FAMKOL) sollte untersucht werden, ob eine aktive Einladung und individuelle Beratung durch nichtärztliches Personal die Koloskopie-Teilnahmerate im Vergleich zur ausschließlich schriftlichen Einladung deutlich erhöht. Zudem sollten die Häufigkeit von Neoplasien in dieser Gruppe bestimmt und Barrieren gegen die Koloskopie sowie Komplikationsraten beschrieben werden.

Methoden

Von Dezember 2012 bis August 2015 wurden Patienten mit der Erstdiagnose KRK (Indexpatienten, IP) durch 61 zertifizierte deutsche Darmzentren und drei niedergelassene Gastroenterologen rekrutiert. Basierend auf einem schriftlichen Schulungshandbuch wurde ein zweitägiges Training vor Ort für alle Pflegekräfte durchgeführt. Indexpatienten, EGV und Gastroenterologen erhielten kein Incentive für die Studienteilnahme. Einschlusskriterien für IP waren eine histologisch gesicherte KRK-Diagnose und das Vorhandensein eines oder mehrerer EGV im Alter von 40–75 Jahren. IP mit EGV jünger als 40 Jahre wurden ebenfalls eingeschlossen, wenn das Alter der EGV maximal zehn Jahre unter dem Ersterkrankungsalter der IP lag. IP wurden ausgeschlossen, wenn keine schriftliche Einwilligung vorlag, die EGV zu kontaktieren, oder bei unzureichendem Verständnis der deutschen Sprache.

Die Randomisierung erfolgte mittels computergenerierter Blocklisten mit zufälligen Blocklängen durch das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biostatistik und Informatik (IMEBI) Halle als externe sowie unabhängige Einrichtung. Die Individualrandomisierung zu Interventions- oder Kontrollgruppe erfolgte auf IP-Ebene. Indexpatienten bildeten das Clusterkriterium für die Gruppenzuteilung der EGV. Ein clusterrandomisiertes Design wurde gewählt, um eine Kontamination der Studienintervention durch EGV in unterschiedlichen Studienarmen zu vermeiden.

EGV wurden ausgeschlossen bei Koloskopie oder CT-Kolonografie (CT, Computertomografie) innerhalb der letzten fünf Jahre, einer Darmkrebsdiagnose, bei familiärer adenomatöser Polyposis und chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen. Das Assessment der Einschlusskriterien wurde telefonisch durchgeführt, nachdem EGV die Studienmaterialien durch die Indexpatienten erhalten und ihre schriftliche Zustimmung gegeben hatten.

Eine Verblindung der Indexpatienten erfolgte bezüglich der Gruppenzuteilung. Alle schriftlichen Informationen wurden von Indexpatienten in undurchsichtigen und versiegelten Umschlägen an die EGV weitergeleitet. Die niedergelassenen Gastroenterologen führten die Koloskopien ebenfalls verblindet durch. Eine Verblindung der EGV war hingegen wegen der offensichtlichen Beratung nicht möglich.

Intervention

Die Studie hatte zwei Ebenen. Auf Ebene der Indexpatienten in den Darmzentren informierten speziell ausgebildete Pflegekräfte die Patienten beider Gruppen über das erhöhte familiäre Risiko ihrer EGV sowie die Ziele der Studie. Indexpatienten beider Gruppen wurde geraten, über das Thema Darmkrebs mit ihren Verwandten explizit zu sprechen und eligible EGV zur Studienteilnahme zu motivieren. Alle Indexpatienten wurden gebeten, eine Studienbroschüre mit Informationen über das bei ihnen erhöhte familiäre Risiko und Darm­krebs­früh­erken­nungsmaßnahmen entweder persönlich oder postalisch zu übermitteln.

Nur EGV der Interventionsgruppe erhielten eine zusätzliche telefonische Beratung durch speziell ausgebildete Pflegekräfte des Studienkoordinationszentrums. In diesem Telefonat wurden Barrieren gegen die Screening-Koloskopie erfragt und durch Beratung versucht abzubauen. Zudem wurde auf die Sensitivität, Spezifität und Risiken der Koloskopie sowie anderer Screening-Verfahren eingegangen. Bei Bedarf wurden EGV unterstützt, Termine bei niedergelassenen Gastroenterologen zu vereinbaren. EGV der Kontrollgruppe erhielten nur die Studienunterlagen und eine Informationsbroschüre.

Beide Gruppen wurden schriftlich drei und sechs Monate nach Studienbeginn befragt. Alle teilnehmenden EGV konnten den Gastroenterologen für die Koloskopie frei wählen.

Primärer Endpunkt

Die ärztlich bestätigte Koloskopieteilnahmerate innerhalb von 30 Tagen nach Studieneinschluss war primärer Endpunkt der Studie. Der kurze Zeitrahmen wurde gewählt, um sicherzustellen, dass nur Koloskopien, die im Zusammenhang mit der Studie stehen, erfasst werden. Bei organisatorischen Problemen wurde auch ein ärztlich bestätigter Termin zur Koloskopie berücksichtigt. In diesen Fällen wurden die Koloskopiebefunde nachträglich erfasst. Alle makroskopischen und histologischen Befunde wurden zentral per Fax gesammelt. Die Beratungsinhalte aus den Telefongesprächen wurden in standardisierten Dokumentationsbögen festgehalten und kategorisiert. Im 6-Monats-Follow-up wurden EGV, bei denen keine Darmspiegelung dokumentiert war, nach ihren Gründen für die Nichtteilnahme befragt.

Sekundäre Endpunkte

Als sekundäre Endpunkte galten Karzinom-/Adenomerkennungsrate, Barrieren gegen die Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie sowie das Komplikationsspektrum bis 30 Tage nach Eingriff.

Stichprobe

Um einen absoluten und klinisch relevanten Unterschied von 25 % beim primären Endpunkt zwischen Interventions- und Kontrollgruppe (17, 27, 28) mit einem α-Fehler von 0,05 und einer Power (1-β) von 0,90 zu erkennen, wurden 77 EGV pro Gruppe geschätzt. Um mögliche clusterinterne Effekte zu berücksichtigen, wurde ein konservativer clusterinterner Korrelationskoeffizient (ICC) von 0,10 (29) und eine Schätzung von 3 EGV pro Indexpatient verwendet. Mit einem Design-Effekt für Clusterrandomisierung von 1,2 (30) stieg die effektive Stichprobengröße auf 93 EGV pro Gruppe. Nachdem ein Drop-out von 50 % einkalkuliert wurde, lag der Stichprobenumfang bei 186 pro Gruppe.

Statistische Analyse

Die Analyse erfolgte als logistisches Regressionsmodell mit der Gruppenzuordnung als Random-Effekt nach dem Intention-to-Treat-Prinzip. Da EGV der gleichen Indexpatienten korrelierte Beobachtungen waren, wurde das finale Modell für die Anzahl der Familienmitglieder adjustiert. Um mögliche innerfamiliäre Verzerrungen durch persönliche Kontakte zu minimieren, wurde zudem für den räumlichen Abstand zwischen Wohnort der EGV und Rekrutierungsort des Indexpatienten adjustiert. Für die sekundären Endpunkte verwendeten wir Chi2-Tests, um die Anzahl der Ereignisse in jeder Behandlungsgruppe zu vergleichen. Alle Hypothesentests waren 2-seitig mit einem Signifikanzniveau von 0,05. Analysen wurden mit SAS (Version 9.4) und SPSS (Version 23.0) durchgeführt.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 2 360 Indexpatienten mit KRK gescreent. Von diesen wurden 1 251 ausgeschlossen, da sie die Einschlusskriterien nicht erfüllten. Es wurden 1 109 IP im Alter von 31–91 (MW = 68,4; SD =  10,8) eingeschlossen (Grafik 1). Insgesamt 556 EGV sendeten ihre schriftliche Einverständniserklärung ein. Davon erfüllten 261 EGV im Alter von 28–75 (MW = 50,8; SD = 8,1) die Einschlusskriterien und machten Angaben zum primären Endpunkt. Soziodemografische Merkmale zu Studienbeginn waren in beiden Gruppen vergleichbar mit Ausnahme einer signifikant höheren Anzahl an EGV in der Kontrollgruppe und einem signifikant höheren Altersdurchschnitt der EGV in der Interventionsgruppe (Tabelle 1). EGV der Interventionsgruppe erhielten eine telefonische Beratung mit einer mittleren Dauer von 26,6 Minuten (Spannweite = 5–50 Minuten; SD = 9,7).

Flussdiagramm: Screening
Flussdiagramm: Screening
Grafik 1
Flussdiagramm: Screening
Baseline-Charakteristika der erstgradig Verwandten
Baseline-Charakteristika der erstgradig Verwandten
Tabelle 1
Baseline-Charakteristika der erstgradig Verwandten

Koloskopieteilnahme

Insgesamt 196 von 261 EGV (75 %) unterzogen sich einer Vorsorgekoloskopie. Die Teilnahmeraten erreichten 99 von 125 Personen (79 %, davon 57 weiblich) in der Interventionsgruppe und 97 von 136 Personen (71 %, davon 66 weiblich) in der Kontrollgruppe (relatives Risiko [RR] = 1,11; 95-%-Konfidenzintervall: [0,97; 1,28]; p = 0,16). Das relative Risiko sank auf RR = 1,09 ([0,95; −1,25]; p = 0,22) bei Adjustierung für die Clustergröße sowie den Abstand zwischen Rekrutierungszentrum und Wohnort der EGV. In beiden Fällen bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe.

KRK und fortgeschrittene Adenome

Eine Polypektomie erfolgte bei 72 von 196 asymptomatischen Personen (37 %) ohne signifikanten Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe (RR = 1,05 [0,59; 1,88]). Bei 45 Personen wurden insgesamt 75 Adenome detektiert. Mit einer Größe von > 1 cm, villösen Anteilen oder hochgradiger Dysplasie wurden zwölf Adenome bei elf Patienten als fortgeschritten klassifiziert. Zwei Fälle von Darmkrebs im Stadium T0 und T1 im Alter von 55 und 67 Jahren wurden an das Krebsregister gemeldet. Somit lag die Detektionsrate für fortgeschrittene Kolonneoplasien bei 13 von 196 Personen (6,6 %; RR = 2,21 [0,70; 6,92]).

Barrieren gegen die Koloskopie

Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie wurden während der Telefonberatung erfasst, sodass diese Daten sich nur auf die 125 EGV der Interventionsgruppe beziehen. Bei 54 EGV (43 %) wurden erhebliche Bedenken gegen die Koloskopie ermittelt, wobei mehrere Gründe genannt werden konnten (Tabelle 2). Im Follow-up nach sechs Monaten gaben 61 EGV beider Gruppen Gründe an, warum sie keine Koloskopie hatten durchführen lassen (Tabelle 3).

Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie
Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie
Tabelle 2
Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie
Gründe für die Nichtdurchführung einer Koloskopie nach sechs Monaten
Gründe für die Nichtdurchführung einer Koloskopie nach sechs Monaten
Tabelle 3
Gründe für die Nichtdurchführung einer Koloskopie nach sechs Monaten

Komplikationen

Von den 196 Koloskopien lagen für 176 Patienten Informationen zu Komplikationen vor. Insgesamt erlebten 22/176 EGV (13 %) Minorkomplikation innerhalb von 30 Tagen (Intervention 14/89 versus Kontrolle 8/87; RR = 1,31 [0,92; 1,86]). Blähungen bis zu drei Tage nach dem Eingriff und leichte Schmerzen, die bis zu sieben Tage anhielten, waren dabei mit 12/176 beziehungsweise 11/176 Fällen die am häufigsten berichteten Ereignisse. Majorkomplikationen traten nicht auf (Tabelle 4).

Komplikationen bis 30 Tage nach Eingriff
Komplikationen bis 30 Tage nach Eingriff
Tabelle 4
Komplikationen bis 30 Tage nach Eingriff

Diskussion

Unsere Studie an zahlreichen deutschen Darmzentren zeigte die Wirksamkeit des untersuchten Einladungsverfahrens zur Vorsorgekoloskopie für erstgradig Verwandte von Darmkrebspatienten. Die Koloskopieteilnahmerate von 75 % ist 2,7-fach höher als beim bisherigen opportunistischen Koloskopiescreening in Deutschland (9, 10), das allen gesetzlich Versicherten ab dem 55. Lebensjahr als Regelleistung zusteht. Die zusätzliche persönliche Beratung erhöhte die Inanspruchnahme nicht signifikant um nur knapp acht Prozentpunkte, wobei fast die Hälfte der EGV Barrieren gegen die Koloskopie hatten. Das Nichtauftreten von Majorkomplikationen innerhalb von 30 Tagen bestätigte das geringe Risikoprofil der Untersuchung (14, 15, 31). In der durch Pflegekräfte beratenen Gruppe zeigten sich signifikant häufiger eine Abneigung gegen die Darmvorbereitung und Angst vor Schmerzen als Gründe dafür, dass die Koloskopie nicht durchgeführt wurde. Hingegen fanden sich keine klinisch oder statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich der Adenomdetektionsrate. Zukünftige Anstrengungen sollten daher darauf gerichtet sein, die unbegründeten Ängste vor Schmerzen und Abführmaßnahmen im Zusammenhang mit der Koloskopie zu reduzieren.

Im Einklang mit den Ergebnissen früherer Studien förderte die zusätzliche Beratung zwar die Informiertheit, erhöhte aber die Teilnahmeraten an der Vorsorgekoloskopie nicht zusätzlich (5, 16).

In unserer Studienpopulation mit einem Durchschnittsalter von 50,8 Jahren lag die Detektionsrate für fortgeschrittene Neoplasien bei 7 %. In einer US-amerikanischen Studie lag bei Personen mit einem ähnlichen Altersdurchschnitt, aber ohne familiäres Darmkrebsrisiko, die Detektionsrate für fortgeschrittene Neoplasien bei 2,1 % (2). Dieser Vergleich unterstreicht die Relevanz, Personen mit erhöhtem familiären Risiko in das Koloskopie-Screeningprogramm einzuschließen – auch unterhalb der bisher geltenden Altersgrenzen (3235).

Unsere unadjustierten Ergebnisse von Odds Ratio (OR) = 1,53 [0,97; 2,71] sind konsistent mit den Ergebnissen anderer Studien, die eine Adressierung der EGV über Indexpatienten und mit individueller Beratung evaluierten (Grafik 2). Allerdings sind die Interventionen, Studienpopulationen und gesetzlichen Rahmenbedingungen der einbezogenen Studien nur bedingt vergleichbar. Ingrand und Kollegen fanden bei individueller Beratung eine um 21 Prozentpunkte höhere Koloskopieteilnahmerate (56,3 %) als bei dem Einsatz von Informationsmaterial (36). Im Gegensatz zu unserer Studie beinhaltete diese Intervention zusätzlich die standardisierte Beratung der Patienten durch niedergelassene Gastroenterologen. Auch Studien zu anderen Screeningverfahren (Test auf fäkales okkultes Blut, flexible Sigmoidoskopie) belegten, dass eine individuelle Beratung die Teilnahmerate um elf bis zwölf Prozentpunkte erhöhte (17, 37). Demgegenüber fanden andere Studien keine oder nur geringfügige Effekte von individualisierten Informationen (12, 38). Eine mögliche Erklärung für die sehr unterschiedlichen Ergebnisse lieferte eine Untersuchung zu Informationspräferenzen. Hier zeigten sich gegenläufige Effekte der Verwendung von ein bis zwei individuellen Newslettern per E-Mail (39). Im Vergleich zu standardisierten Informationen steigerten individualisierte Informationen die Screeningteilnahme deutlich bei den Probanden, die verschiedene Vorsorgemöglichkeiten selbst abwägen wollten (26 % versus 17 %; p < 0,05). Bei Probanden mit Präferenz für eine direktive Art der Beratung hingegen war die Screeningteilnahme beim Einsatz individualisierter Informationsmaterialen geringer (18 % versus 24 %; p > 0,05).

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Grafik 2
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Limitationen

Die große Anzahl von bundesweit 64 Prüfzentren gewährleistete die Repräsentativität der Ergebnisse und bestätigt zugleich die Umsetzbarkeit des Programms in Deutschland. Trotz des aufwendigen Studienprozederes erfolgte die Durchführung der Koloskopie durchschnittlich bereits etwa 70 Tage nach Ansprache der Indexpatienten. Die Forderung nach ärztlicher Bestätigung der Koloskopieteilnahme erlaubt eine exakte Beurteilung des primären Endpunktes. Jedoch bestehen bezüglich der Generalisierbarkeit einige Einschränkungen. Aufgrund von Datenschutzbestimmungen war es uns unmöglich, EGV direkt zu kontaktieren. Die daher nötige Beratung der Indexpatienten zur Informationsweiterleitung wirkte mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits als nichtintendierte Intervention und trug wegen des hohen organisatorischen Aufwandes ebenfalls dazu bei, dass die geplante Fallzahl nicht erreicht werden konnte. Daher ist die beobachtete, nicht signifikante Differenz zwischen Interventions- und Kontrollgruppe nur eingeschränkt aussagekräftig. Jedoch wäre ein Studienarm ohne jede Intervention aus ethischer Sicht fraglich gewesen.

Weiterhin beschränkten wir uns ausschließlich auf die Koloskopieteilnahme als Endpunkt, während alternative Vorsorgemaßnahmen nicht erhoben wurden. Demzufolge ist es möglich, dass die Wirksamkeit der untersuchten Intervention, die Teilnahmerate an Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen, unterschätzt wurde (40). Zudem ist es wahrscheinlich, dass innerfamiliäre Effekte die Teilnahme moderieren (22). Es ist unklar, ob die Adjustierung für die Anzahl infrage kommender Familienmitglieder dazu beigetragen hat, diesen Effekt ausreichend zu minimieren.

Schlussfolgerungen

Die aktive Einladung von erstgradig Verwandten resultierte in einer höheren Koloskopieteilnahmerate als das bisherige opportunistische Screening. Basierend auf vorangegangenen Studien (25, 26) hätte die zusätzliche ärztliche Beratung die Koloskopieteilnahmerate vermutlich noch weiter steigern können. Die ermittelte hohe Rate an Barrieren gegen die Koloskopie legt trotz des nicht signifikanten Ergebnisses eine Notwendigkeit zur individuellen Beratung in Risikogruppen nahe.

Unter den Probanden befanden sich auch Personen unter 50 Jahren, die – ohne Erhebung der Familienanamnese – nicht in die reguläre Darmkrebsvorsorge eingezogen worden wären. Die beobachtete Häufigkeit fortgeschrittener Neoplasien bestätigt daher die Sinnhaftigkeit eines Screenings der Verwandten – auch außerhalb der bisher geltenden Altersgrenzen. Hier sind Kostenträger und Gesundheitssystem gefragt, künftig die Darmkrebsvorsorge stärker auf Risikogruppen zuzuschneiden und damit zu individualisieren.

Zukünftige Forschung sollte auch die Auswirkung der FAMKOL-Intervention auf die Inanspruchnahme anderer Screeningmethoden untersuchen. Um die Wirksamkeit des Screeningprogramms zu maximieren, sollte zudem die Nachsorge von Patienten mit fortgeschrittenen Adenomen ebenfalls eingeschlossen werden (e1).

Danksagung
Wir danken Dr. Thomas Ettrich (Universitätsklinikum Ulm, Department für Innere Medizin) für die Auswertung und Klassifizierung der histologischen Befunde, Dr. Katharina Hirsch (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik) für die statistische Auswertung und allen Familien, Pflegekräften sowie Ärzten, die an dieser Studie teilnahmen.

Ethik
Die Studie wurde unter dem Titel „transdisziplinäre Förderung der Screeningteilnahme bei Personen mit familiär erhöhtem Risiko für kolorektale Karzinome. Eine prospektive clusterrandomisierte kontrollierte Multi-Center-Studie (FAMKOL)“ vor Beginn der Rekrutierung durch die Ethikkommission an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Nr. 2012–47) sowie durch 16 Ethik-Kommissionen der Lan­des­ärz­te­kam­mern zugelassen.

Studienregistrierung
Clinicaltrials.gov Registrierungs-Nummer: NCT01903395

Förderung
Die Finanzierung der Studie erfolgte durch das Bundesministerium für Gesundheit, Forschung im Nationalen Krebsplan, FKz NKP 332–031.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 19. 1. 2018, revidierte Fassung angenommen: 30. 5. 2018
Literatur

Anschrift für die Verfasser
Dr. rer. medic. Alexander Bauer
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Medizinische Fakultät
Institut für Allgemeinmedizin
Magdeburger Straße 8
06112 Halle
alexander.bauer@medizin.uni-halle.de

Zitierweise
Bauer A, Riemann JF, Seufferlein T, Reinshagen M, Hollerbach S, Haug U,
Unverzagt S, Boese S, Ritter-Herschbach M, Jahn P, Frese T, Harris M, Landenberger M: Invitation to screening colonoscopy in the population at familial risk for colorectal cancer—a cluster-randomized study aimed at increasing participation rates.
Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 715–22. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0715

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4318 oder über QR-Code

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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin, Halle:
Dr. rer. medic. Alexander Bauer, Prof. Dr. med. Thomas Frese
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle:
Dr. phil. Stephanie Boese, Prof. Dr. phil. Margarete Landenberger
Klinikum Ludwigshafen, Direktor emeritus Medizinische Klinik C am Klinikum Ludwigshafen, c/o Stiftung LebensBlicke, Ludwigshafen:
Prof. Dr. med. Jürgen F. Riemann
Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Innere Medizin I, Ulm: Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein
Städtisches Krankenhaus Braunschweig, Medizinische Klinik I, Braunschweig: Prof. Dr. med. Max Reinshagen
Allgemeines Krankenhaus Celle, Klinik für Gastroenterologie, Celle: Prof. Dr. med. Stephan Hollerbach
Department Klinische Epidemiologie, Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Bremen:
Prof. Dr. sc. hum. Ulrike Haug
Fakultät für Human- und Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen: Prof. Dr. sc. hum. Ulrike Haug
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Halle:
PD Dr. rer. nat. Susanne Unverzagt
Universitätsklinikum Halle, Stabstelle Pflegeforschung, Halle: Madeleine Ritter-Herschbach, MScN, RN; Dr. rer. medic. Patrick Jahn
University of Bath, Department for Health, Claverton Down, Bath, UK : Prof. Dr. med. Michael Harris
Flussdiagramm: Screening
Flussdiagramm: Screening
Grafik 1
Flussdiagramm: Screening
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ForesFtä Pllloet, zAurn WzairhksladmekreiPt vaotnie Inntteervnenmtiointednu zrucr hVegrebfeüssherrtuengn dKeor Kloosloksokpopieien-T;eilnahmeraten
Grafik 2
ForesFtä Pllloet, zAurn WzairhksladmekreiPt vaotnie Inntteervnenmtiointednu zrucr hVegrebfeüssherrtuengn dKeor Kloosloksokpopieien-T;eilnahmeraten
Baseline-Charakteristika der erstgradig Verwandten
Baseline-Charakteristika der erstgradig Verwandten
Tabelle 1
Baseline-Charakteristika der erstgradig Verwandten
Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie
Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie
Tabelle 2
Barrieren gegen die Vorsorgekoloskopie
Gründe für die Nichtdurchführung einer Koloskopie nach sechs Monaten
Gründe für die Nichtdurchführung einer Koloskopie nach sechs Monaten
Tabelle 3
Gründe für die Nichtdurchführung einer Koloskopie nach sechs Monaten
Komplikationen bis 30 Tage nach Eingriff
Komplikationen bis 30 Tage nach Eingriff
Tabelle 4
Komplikationen bis 30 Tage nach Eingriff
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