Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wir danken den Kollegen für ihre kritischen Anmerkungen und Kommentare.

Zu Herrn Kollegen Ulmer: Wie bereits im Titel zu lesen, richtet sich der Artikel primär an primär sportärztlich tätige Ärzte. Zur Bedeutung der Ergometrie in Arbeits-/Wehrmedizin, dem Belastungs-/Beanspruchungskonzept, dem Einsatz von Berufssimulatoren und von Tätigkeitsanalysen wird auf die einschlägige Literatur verwiesen (13). In dieser Arbeit steht die kardiorespiratorische Fitness oder Ausdauerleistungsfähigkeit im Vordergrund (ohne unmittelbarem Bezug zur großen Palette der unterschiedlichen Berufsfelder). Diese wird bei der Ergometrie in Praxis und Klinik unzureichend bewertet. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien gezeigt, dass die körperliche Fitness („phycical fitness“) eine große prognostische Bedeutung im Hinblick auf Erkrankungen und die Lebenserwartung hat.

Zu Herrn Kollegen Kindermann: Er geht auf ein wichtiges Thema ein: Die Aussagekraft des Belastungs-EKGs hängt vor allem von der Prävalenz ab, weniger von der Vortestwahrscheinlichkeit. Der Vorhersagewert („positive predictive value“) ist unter Beachtung der Prävalenz erheblich zuverlässiger als die gerne gebrauchten Begriffe Spezifität und Sensitivität .

Die Spiroergometrie hat in der wissenschaftlichen Sportmedizin/-Sportkardiologie eine zentrale Rolle, diese Methode ist aber in sportmedizinischen und Allgemeinpraxen selten vorhanden. Anstatt nochmals auf die einschlägig bekannten Kriterien der Ausbelastung einzugehen, möchten wir – wie im Artikel – die Beurteilung von Messgrößen im submaximalen Bereich in den Vordergrund rücken. Hier können bereits bei geringerem medizinischem Risiko pathologische Veränderungen wie auch Trainings-/Therapieeffekte sichtbar werden.

Die auf Lakatschwellenkonzepten basierenden Trainingsempfehlungen haben sich im Übrigen in der Sportpraxis nicht durchgesetzt. An dieser Stelle sei auf den Kommentar des Kollegen Ulmer verwiesen („Eine reale berufs- oder sportbezogene Leistungsfähigkeit lässt sich daher nicht mit einem einzigen Test feststellen…“).

Bei Maximalleistungen können Blutdruckwerte gesunder Spitzenathleten deutlich über die genannten 210 mm Hg steigen und bis zu 300 mm Hg reichen (4). Bei Verdacht auf ein pathologisches Geschehen sollte natürlich eine weitere Diagnostik erfolgen.

Zu Herrn Kollegen Weisser: Kollege Weisser bestätigt einige unserer kritischen Formulierungen und Forderungen.

Je nach Fragestellung, durchgeführter Therapie/Training und Person gibt es bekanntlich verschiedene geeignete Belastungsschemata. Ein Konsens bei ergometrischen Belastungsuntersuchungen wäre sehr wünschenswert, was den Aufbau eines nationalen Fitness- und Gesundheitsregister erleichtern könnte. Die Blutdruck-Bedeutung bei 100 Watt wird vollumfänglich bestätigt.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0732

Prof. Dr. med. Herbert Löllgen
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Praxis für Kardiologie und Sportkardiologie
Remscheid
Herbert.Loellgen@gmx.de

Prof. Dr. med. Dr. Sportwiss. Dieter Leyk
Institut für Physiologie und Anatomie, Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr, Koblenz

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Chatterjee M, Schmeißer G:Aktualisierter Leitfaden für die Ergometrie im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen. Arbeitsmed Sozialmed Umweltmedizin 2017; 52: 913–21
2.
Leyk D, Küchmeister G, Jürgens HW: Combined physiological and anthropometrical databases as ergonomic tools. J Physiol Anthropol 2006; 25: 363–9 CrossRef
3.
Rohde U, Erley O, Rüther T, Wunderlich M, Leyk D: Leistungsanforderungen bei typischen soldatischen Einsatzbelastungen. WMM 2007; 51: 138–42.
4.
Löllgen H, Hertle F, Stufler R: Spirometrische und atemmechanische Messgrößen und aerobe Kapazität. Med Sport 1973; 13: 211–4 .
5.
Löllgen H, Leyk D: Exercise testing in sports medicine. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 409–16 VOLLTEXT
1.Chatterjee M, Schmeißer G:Aktualisierter Leitfaden für die Ergometrie im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen. Arbeitsmed Sozialmed Umweltmedizin 2017; 52: 913–21
2.Leyk D, Küchmeister G, Jürgens HW: Combined physiological and anthropometrical databases as ergonomic tools. J Physiol Anthropol 2006; 25: 363–9 CrossRef
3.Rohde U, Erley O, Rüther T, Wunderlich M, Leyk D: Leistungsanforderungen bei typischen soldatischen Einsatzbelastungen. WMM 2007; 51: 138–42.
4.Löllgen H, Hertle F, Stufler R: Spirometrische und atemmechanische Messgrößen und aerobe Kapazität. Med Sport 1973; 13: 211–4 .
5.Löllgen H, Leyk D: Exercise testing in sports medicine. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 409–16 VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige