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Dtsch Arztebl 2018; 115(43): A-1960

EB; SH; ys; AW; BF

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Kurz informiert

Sildenafil darf nicht zur Behandlung der intrauterinen Wachstumsrestriktion angewendet werden – In einer klinischen Studie (STRIDER), die Sildenafil zur Behandlung der intrauterinen Wachstumsrestriktion (intrauterine growth restriction, IUGR) untersuchte, wurde eine erhöhte Inzidenz persistierender pulmonalarterieller Hypertonie des Neugeborenen und eine höhere Gesamtzahl neonataler Todesfälle im Sildenafilarm gegenüber Placebo gefunden. Die Studie wurde daher vorzeitig abgebrochen.

Sildenafil wird in unterschiedlicher Dosierung angewendet zur Behandlung der pulmonal arteriellen Hypertonie und der erektilen Dysfunktion. Es ist nicht zugelassen zur Behandlung einer IUGR und darf zu deren Behandlung nicht verwendet werden. EB

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Arznei­mittel­kommission der deutschen
Ärzteschaft (AkdÄ), Drug Safety Mail 61–2018

Neue DGRh-Leitlinie zur Therapie der rheumatoiden Arthritis – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt in einer neuen S2e-Leitlinie für die Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) erstmals den Einsatz von Januskinase-(JAK-) Inhibitoren wie Baricitinib (Olumiant®, Lilly). „Der Leitlinie zufolge kann eine Therapie mit einem JAK-Inhibitor oder bDMARD bereits bei Patienten zum Einsatz kommen, die unter einer optimierten Starttherapie mit MTX oder einem anderen cDMARD das Therapieziel verfehlt haben und bei denen eine hohe Krankheitsaktivität oder ungünstige Prognosefaktoren bestehen. Hierbei sollten beide Substanzgruppen, wenn möglich, mit MTX kombiniert werden“, erläuterte Prof. Klaus Krüger. In Studien wurde bereits die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der zielgerichteten Therapie nachgewiesen. Unter anderem hat sich Baricitinib in einer breit angelegten Phase-III-Studie mit 3 000 Patienten als konsistent wirksam erwiesen. sh

Pressemitteilung Lilly Pharma

Leitliniengerechte Zweitlinientherapie mit Ocaliva® – Patienten mit primärer biliärer Cholangitis (PBC), die unzureichend auf die Standardtherapie mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) ansprechen, haben ein erhöhtes Risiko für Progression. Ocaliva® (Obeticholsäure, OCA; Intercept) bietet in Kombination mit UDCA bei unzureichendem UDCA-Ansprechen eine
Alternative in Zweitlinie sowie bei
UDCA-Intoleranz eine Monotherapie, die auch von den aktuellen Leitlinien empfohlen wird. OCA ist ein selektiver, potenter Agonist für den Farnesoid-X-Rezeptor, der anticholestatische und -fibrotische Effekte vermittelt und zur Modulierung der Immunantwort sowie Entzündung beiträgt. Wie die Zwischenauswertung aus der offenen POISE-Verlängerungsstudie zeigt, ermöglicht OCA ein stabiles Langzeitansprechen: Die nach 1 Jahr erreichten Therapieeffekte, wie signifikante AP-Reduktion und Stabilisierung der Gesamtbilirubin-Werte, blieben über die bisherige Beobachtungsdauer von insgesamt 4 Jahren erhalten.

Überschreitet die alkalische Phosphatase oder Aspartat-Aminotransferase nach 1 Jahr das ≥ 1,5-Fache des oberen Normwerts oder beträgt der Bilirubin-Wert > 1 mg/dl, ist das UDCA-Ansprechen nach Paris-II-Kriterien unzureichend. ys

PBC HEUTE: Optimal versorgen – Progression verhindern, Veranstalter: Intercept

Mit regionalen Projekten gezielt Risikopersonen identifizieren – Die Einführung der direkt antiviral wirkenden Medikamente hat hohe Heilungschancen bei einer chronischen Hepatitis C ermöglicht. Mit Glecaprevir/Pibrentasvir (Maviret®, AbbVie) können nahezu alle therapienaiven Hepatitis-C-Patienten ohne Zirrhose unabhängig vom Genotyp mit einer 8-wöchigen Therapie geheilt werden.

Heutzutage sei nicht mehr die Therapie die Herausforderung, sondern die Identifizierung der Betroffenen, konstatierte Dr. Stephan Vetter, Frankfurt. Er verwies darauf, dass die HCV-Prävalenz in der Gruppe der intravenös Drogenkonsumierenden 200-mal höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Für diese Hochrisikogruppe seien niedrigschwellige Beratung und Testangebote notwendig. Ein Ansatz sind regionale Mikroeliminationsprojekte wie beispielsweise die „PLUS-Initiative“ in Ludwigshafen, die die Hürden für Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige zum Zugang zu den HCV-Therapien abbauen möchte. Die regionale Drogenhilfe, niedergelassenen Ärzte und Kliniken, Krankenkassen, Patientenorganisationen und das Jobcenter arbeiten zusammen und bieten niedrigschwellige und gezielte Angebote zur Stabilisierung und Aufklärung an. PLUS habe das Gesundheitswissen der Betroffenen gesteigert, sie wurden während der Behandlung stabilisiert und zeigen eine gesteigerte Therapiebereitschaft, sagte Vetter. aw

Erfolgreich gegen HCV: „Morgen – Heute!“,
Veranstalter AbbVie

Mit Pfefferminz- und Kümmelöl gegen Verdauungsstörungen – Die hochdosierte Wirkstoffkombination Carmenthin® aus Pfefferminz- und Kümmelöl (90 mg/50 mg pro Kapsel; Dr.Willmar Schwabe) wirkt bei funktionellen Verdauungsstörungen krampflösend und schmerzlindernd. Gleichzeitig hemmt es die Gasbildung im Darm und sorgt für eine Entblähung. In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass unter dem Einfluss der Öle Schäume im Nahrungsbrei durch Reduzierung der Oberflächenspannung konzentrationsabhängig zusammenfallen. In klinischen Studien reduziert das Phytotherapeutikum signifikant Druck- und Völlegefühl. Die Wirkung baut sich langsam über mehrere Tage auf. Bereits nach 1 bis 2 Tagen kann es zu einer ersten Besserung der Beschwerden kommen. 68,7 % der Patienten profitieren innerhalb einer Woche.

Die magensaftresistente Kapsel löst sich erst im Darm auf, wo die lindernden Öle wirken sollen. Die Einnahme wird mindestens 30 Minuten vor der Mahlzeit empfohlen. bf

Pharmakologische Strategien bei funktionellen Magen-Darm-Störungen, Veranstalter: Dr. Schwabe

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