ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2018Kurz notiert: PwC-Analyse: Öffentliche Krankenhäuser unter Druck

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Kurz notiert: PwC-Analyse: Öffentliche Krankenhäuser unter Druck

Dtsch Arztebl 2018; 115(43): [4]

Glöser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Unter den deutschen Krankenhäusern verschärft sich der Wettbewerb. Gerade Häuser in öffentlicher Trägerschaft drohen dabei abgehängt zu werden, denn sie spüren die Folgen eines Modernisierungsstaus. Das jedenfalls sind Ergebnisse einer Benchmark-Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die die Kennzahlen von mehr als 100 deutschen Krankenhäusern bundesweit für das Jahr 2017 ausgewertet hat.

Foto: VILevi/stock.adobe.com
Foto: VILevi/stock.adobe.com

Demnach müssen die öffentlichen Krankenhäuser derzeit stark investieren, um einen Modernisierungsstau ihrer Gebäude und Anlagen aufzuholen. Gegenüber privaten und freigemeinnützigen Krankenhäusern schneiden sie der PwC-Analyse zufolge in Bezug auf fast alle Finanzkennzahlen schlechter ab.

Anzeige

„Viele der Krankenhäuser haben eine veraltete Bausubstanz. Moderne Gebäude und eine zeitgemäße Ausstattung sind ein wichtiger Schritt im Kampf um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC. „Die freigemeinnützigen Häuser haben diesen Investitionsbedarf früher erkannt und konnten notwendige Modernisierungen bereits abschließen.“ Es müsse sich zeigen, ob die Maßnahmen ausreichen, mit denen öffentliche Häuser jetzt nachziehen.

Darüber hinaus hänge die Investitionsfähigkeit der Häuser auch davon ab, wie sie wirtschaften. Öffentliche Krankenhäuser müssten seit Jahren einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihrer Gelder für Personal und Material aufbringen, sodass ihnen nur noch wenige Mittel für andere Ausgaben wie Instandhaltung oder die Finanzierung von Investitionen blieben, kritisierte Burkhart. Während die Material- und Personalaufwandsquote von Häusern in privater Trägerschaft 83 Prozent des Umsatzes betrage, wendeten öffentliche Krankenhäuser 91 Prozent ihrer Mittel auf. In freigemeinnützigen Häusern betrage dieser Wert 86 Prozent. „Öffentliche Krankenhäuser“, sagte er, „müssen angesichts des hohen Kostendrucks in der Branche ihre Prozesse noch weiter optimieren und insgesamt effizienter arbeiten.“ sg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.