ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2018Arzneimittel: Erste Humira-Biosimilars in Deutschland auf dem Markt

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Arzneimittel: Erste Humira-Biosimilars in Deutschland auf dem Markt

Dtsch Arztebl 2018; 115(43): A-1918 / B-1608 / C-1594

Gießelmann, Kathrin

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Von Konkurrenz auf dem Markt für den derzeit weltweit umsatzstärksten Arzneimittel-Block - buster Humira erhoffen sich die Krankenkassen Einsparungen. Foto: unlimit3d/stock.adobe.com
Von Konkurrenz auf dem Markt für den derzeit weltweit umsatzstärksten Arzneimittel-Block - buster Humira erhoffen sich die Krankenkassen Einsparungen. Foto: unlimit3d/stock.adobe.com

Der stark entzündungshemmend wirkende Antikörper Humira (Adalimumab) des US-Arzneimittelherstellers Abbvie, der unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen angewendet wird, bekommt direkt nach Ablauf des Patents Konkurrenz. Nach mehr als 15 Jahren Marktexklusivität, etwa 70 Patenten und zahlreichen Zulassungserweiterungen mit Verlängerungen der Schutzfristen sind seit der vergangenen Woche die ersten Biosimilars von Humira auf dem Markt. In Deutschland und Europa sind die ersten Nachahmerprodukte des US-Unternehmens Biogen sowie des US-Biotechkonzerns Amgen und der Novartis-Tochter Sandoz verfügbar. Die Markteinführung weiterer Konkurrenzprodukte wird erwartet. Wie Biogen dem Deutschen Ärzteblatt mitteilte, bietet das Unternehmen sein Biosimilar Imraldi 37 bis 40 Prozent unter dem Listenpreis von Humira an, der sich derzeit in Deutschland auf 21 300 Euro jährlich beläuft. Sandoz unterbietet den Originalpreis um 21 Prozent. Amgen laut Handelsblatt um etwa 18 Prozent. Damit liegt das Einsparpotenzial im Rahmen dessen, was Ärzte und Kassen sich erhofft haben und mit dem Biogen-Angebot weit darüber. „Zum ersten Mal gibt es Preissenkungen für ein Anti-TNF-Biosimilar in dieser Größenordnung“, sagte Prof. Dr. med. Jürgen Braun vom Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne. Das Original und auch die anderen Biosimilar-Anbieter werden nachziehen müssen, ist sich der Rheumatologe sicher. Das Wissenschaftliche Institut der AOK rechnet allerdings mit einer Verordnungsausweitung. Das würden die Erfahrungen nach Patentablauf mit den Biosimilar-Wirkstoffen Infliximab und Etanercept zeigen, die in vergleichbaren Indikationen eingesetzt werden wie Humira.

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