ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Tubero-ulzero-serpiginöses Syphilid (A52.7) bei Spätsyphilis

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Tubero-ulzero-serpiginöses Syphilid (A52.7) bei Spätsyphilis

Tubero-ulcero-serpiginous syphilid (A52.7) in tertiary syphilis

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(44): 750; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0750

Schliemann, Sibylle; Elsner, Peter; Tittelbach, Jörg

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Der 44-jährige Patient beobachtete das langsame und schmerzlose Wachstum einer rötlich-bräunlichen Plaque am Oberarm seit acht Monaten. Der Patient fühlte sich aber ansonsten gesund. Die serologische Diagnostik erbrachte eine behandlungsbedürftige Syphilisinfektion (TPPA-Titer 1 : 81 920, VDRL-Titer 1 : 16, positiver Treponema pallidum – Immunoblot (IgM Tp47 und Tp17) bei unbekanntem Infektionszeitpunkt und eine bisher nicht bekannte HIV-Infektion. Die Hautbiopsie zeigte eine granulomatöse Entzündung ohne immunhistologischen Nachweis von Spirochäten. Das tubero-serpiginöse Syphilid ist eine seltene, erregerarme Hautmanifestation der Syphilis im Tertiärstadium, die bei HIV-Infektion beschleunigt ablaufen kann. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 6 834 Syphilis-Infektionen an das Robert Koch-Institut gemeldet, (Anstieg von 19,4 % gegenüber 2014). Ulzerierende Plaques mit rötlich-bräunlichem Kolorit, die auf eine granulomatöse Erkrankung hinweisen können, kommen im Tertiärstadium vor. Nach Ausschluss einer Neurosyphilis erhielt der Patient eine leitliniengerechte dreimalige Behandlung mit Benzylpenicillin-Benzathin intramuskulär, die zu einer Abheilung der Ulzeration und rückläufigen serologischen Titern führte.

Dr. med. Sibylle Schliemann, Dr. med. Jörg Tittelbach, Prof. Dr. med. Peter Elsner, Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Jena, schliemann@derma-jena.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Schliemann S, Tittelbach J, Elsner P: Tubero-ulcero-serpiginous syphilid (A52.7) in tertiary syphilis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 750. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0750

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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