ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Verunreinigte Gewässer: Ruf nach Arzneimittelabgabe und neuer Strategie

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Verunreinigte Gewässer: Ruf nach Arzneimittelabgabe und neuer Strategie

Dtsch Arztebl 2018; 115(44): A-1984 / B-1656 / C-1642

afp

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Die Kosten für die Techniken einer weiteren Klärstufe bezifferte der BDEW auf 1,2 Milliarden Euro jährlich. Foto:dpa
Die Kosten für die Techniken einer weiteren Klärstufe bezifferte der BDEW auf 1,2 Milliarden Euro jährlich. Foto:dpa

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat angesichts der Belastung der Gewässer eine zusätzliche Abgabe auf Arzneimittel gefordert. Nötig seien rund 2,5 Cent bezogen auf die mittlere Tagesdosis auf rezeptpflichtige Medikamente, erklärte der BDEW. Bezogen auf die Einnahme eines Arzneimittels beispielsweise über 30 Tage hinweg ergäbe sich so eine Belastung von 0,75 Euro. Der Verband beruft sich auf eine Untersuchung, wonach die Finanzierung der Abwasserreinigung durch eine vierte Klärstufe über Medikamente „verursachungsgerecht“ wäre. Dies würde die Kosten auf alle Beteiligten, nämlich Hersteller, Handel, Apotheken, Krankenkassen und gegebenenfalls auch Patienten verteilen, heißt es darin. Laut Verband hätte die bundesweite Einführung einer vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen eine „Erhöhung der Abwassergebühren um 17 Prozent und mehr für einen Vier-Personen-Haushalt zur Folge“. Zugleich warnte der Verband davor, dass auch die Filtertechniken einer neuen Klärstufe „nicht in der Lage sind, alle unerwünschten Stoffe vollständig aus dem Wasser zu entfernen“. Zudem könnten durch die Filterung neue Abbauprodukte entstehen, die in die Gewässer gelangten. Nötig seien deshalb eine neue Arzneimittelstrategie vom Hersteller bis zum Verbraucher sowie eine größere Umweltverträglichkeit der Medikamente. afp

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