ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Darmerkrankungen: Neuer Versorgungsvertrag in Westfalen-Lippe

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Darmerkrankungen: Neuer Versorgungsvertrag in Westfalen-Lippe

Hillienhof, Arne

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Einen Vertrag zur besseren Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe mit der GWQ ServicePlus geschlossen. GWQ ist ein von Betriebskrankenkassen gegründetes Dienstleistungsunternehmen. Der Vertrag ist mit dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) konsentiert.

„Für den behandelnden Arzt ist die Betreuung von CED-Patienten besonders herausfordernd und zeitaufwendig“, erläutert Ulrich Tappe vom bng, Regionalgruppe Westfalen-Lippe. „Das Spektrum der Therapiemöglichkeiten vergrößert sich rasant. Vor allem wird die Arzneitherapie immer komplexer und erfordert eine engmaschige Kontrolle durch den Arzt“, so Tappe.

Der neue Strukturvertrag in Westfalen-Lippe soll die Versorgung der CED-Patienten in dem Landesteil verbessern und mehr CED-Betroffenen eine zeitgerechtere Therapie zukommen lassen. An dem „Vertrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität von CED-Patienten“ dürfen nur Gastroenterologen und Internisten teilnehmen, die eine Genehmigung für Koloskopien haben, den Nachweis eines gültigen Zertifikats „CED-Schwerpunktpraxis im bng“ führen oder die Betreuung von mindestens 50 CED-Patienten pro Jahr und Praxis nachweisen und sich regelmäßig fortbilden.

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Diese Spezialisten erhalten laut dem Vertrag pro Quartal eine Strukturzulage je CED-Patient. Darüber hinaus honorierten es die Vertragspartner mit pauschalen Zuschlägen, wenn Medizinische Fachangestellte in den Arztpraxen eine CED-spezifische Zusatzqualifikation erworben haben und verstärkt Aufgaben in der Patientenbetreuung übernehmen. Diese Zusatzqualifikationen könnten die Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter durch zertifizierte Kurse zum Beispiel im Rahmen des von der Bundesärztekammer anerkannten Kurses „Versorgungsassistenz CED“ erwerben.

Die engmaschige Betreuung der Patienten in den ausgewiesenen Spezialpraxen wirke sich laut GWQ nicht nur auf die Lebensqualität der Betroffenen aus, sondern erhöhe auch deren Compliance, was gerade bei chronisch Kranken wichtig für den Therapieerfolg sei. hil

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