ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Beratungen (2)

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GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Beratungen (2)

Dtsch Arztebl 2018; 115(44): A-2026 / B-1690 / C-1672

Pieritz, Anja

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Schön länger gibt es im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) Gebührenziffern für das hausärztliche geriatrische Basis-Assessment. Diese Komplexleistungen beinhalten einmal eine Art körperliche und geistige Befunderhebung (EBM-Nr. 03360) und zum anderen eine Art Beratungs- und Betreuungspaket (EBM-Nr. 003362).

Bei den Komplexleistungen des EBM werden obligate und fakultative Leistungen mit einer Pauschale vergütet. Pauschalen sind in der GOÄ jedoch explizit ausgeschlossen. Aus diesem Grund wurden (soweit möglich) die in den EBM-Komplexen aufgeführten Leistungen einzelnen Gebührenpositionen aus der GOÄ zugeordnet.

Im Vordergrund bei dem geriatrischen Basis-Assessment stehen vor allem unterschiedliche Arten von Gesprächen (mit dem Patienten, ggf. den Angehörigen, Konsil mit dem/den mitbehandelnden Arzt/Ärzten, dem Pflegedienst etc.), Erhebung und Monitoring des Gesundheitszustandes und des Gefährdungspotenzials sowie koordinierende Tätigkeiten.

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Zu den Beratungen gegenüber dem Patienten siehe GOÄ-Ratgeber „Geriatrisches Basis-Assessment – Beratungen“ (DÄ Heft 42/2018). Die Beratung beispielsweise von Angehörigen oder Pflegekräften kann ggf. auch nach den schon beschriebenen Beratungsleistungen in Rechnung gestellt werden. Allerdings kommen ggf. auch andere Beratungsleistungen infrage:

Die „Erhebung der Fremdanamnese über einen Kranken und/oder Unterweisung und Führung der Bezugsperson(en) – im Zusammenhang mit der Behandlung eines Kranken“ nach Nr. 4 GOÄ (220 Punkte) wird möglicherweise für die Umgestaltung, Anpassung und Überwachung des häuslichen Umfeldes bei diesen Patienten zutreffen und kann dann ggf. in Rechnung gestellt werden. Die Nr. 4 GOÄ ist auf die Abrechnung einmal im Behandlungsfall beschränkt. Neben den Nrn. 30, 34, 801, 806, 807, 816, 817 und/oder 835 ist die Nr. 4 GOÄ ausgeschlossen.

Mit der Nr. 34 GOÄ wird die „Erörterung (Dauer mindestens 20 Minuten) der Auswirkungen einer Krankheit auf die Lebensgestaltung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Feststellung oder erheblichen Verschlimmerung einer nachhaltig lebensverändernden oder lebensbedrohenden Erkrankung – gegebenenfalls einschließlich Planung eines operativen Eingriffs und Abwägung seiner Konsequenzen und Risiken –, einschließlich Beratung – gegebenenfalls unter Einbeziehung von Bezugspersonen –“ vergütet. Zum Ansatz der Nr. 34 GOÄ siehe auch GOÄ-Ratgeber DÄ Heft 12/2017, Heft 15 und 17/2015, Heft 50/2009).

Mit der Nr. 60 GOÄ wird die „Konsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt“ vergütet. Weitere Hinweise zur Nr. 60 GOÄ sind den ergänzenden Bestimmungen zu entnehmen. Wird nach dem konsiliarischen Gespräch nachrichtlich ein „Ausführliche(r) schriftliche(r) Krankheits- und Befundbericht (einschließlich Angaben zur Anamnese, zu dem(n) Befund(en), zur epikritischen Bewertung und ggf. zur Therapie“ an den/die mitbehandelnde/r Arzt/Ärzte verschickt, so kann (alternativ) statt Nr. 60 GOÄ die Nr. 75 GOÄ einschließlich des Portos als Auslage berechnet werden. Dr. med. Anja Pieritz

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