ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Wissenschaftspublikation: Gegen Bezahlung
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Prof. Antes drückt in seinem Kommentar zu den ständig zunehmenden Online-Publikationen („Räuberzeitschriften“) die große Sorge aus, die wissenschaftliche Auseinandersetzung und vor allem Seriosität und Qualität drohe mehr und mehr zu verflachen. Selbst regelmäßig mit der Sichtung wissenschaftlicher Publikationen zu Fortbildungszwecken befasst, kann ich diese Sorge vollumfänglich teilen:

Praktisch täglich bekomme ich Angebote, als „Board-Member“ in irgendwelchen obskuren Organen mitzuarbeiten oder zumindest in diesen „open-access“-Journalen zu veröffentlichen: Dies sei schnell und praktisch „sicher“ möglich, selbstredend gegen Bezahlung. Ein Peer-review-Verfahren wird dann zwar erwähnt, scheint aber mehr pro forma stattzufinden. Selbst bekanntere Organe sind nach meiner Erfahrung nicht besser: Ich war für einige OA-Fachzeitschriften wiederholt als Reviewer tätig, aber nachdem ich zweimal Artikel abgelehnt habe, bin ich nie wieder gefragt worden. Das mag zwar Zufall sein, aber da diese Organe teilweise einen relativ hohen Impact-Faktor haben, sind dort erschienene Artikel regelmäßig auf meinem Schreibtisch. Sie entsprechen häufig wissenschaftlich nicht den gängigen Standards, sind methodisch schlecht und werten oftmals extrem niedrige Fallzahlen aus. Tatsächlich scheinen diese daher nur sehr oberflächlich begutachtet worden zu sein.

Generell ist einer wissenschaftlichen Publikation, für die der Autor den Verlag bezahlt, mit Vorsicht zu begegnen.

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Prof. Dr. med. Gerhard Hesse, 34454 Bad Arolsen

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