ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Biografie: Dr. Josef Löbel alias Dr. Skowronnek

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Biografie: Dr. Josef Löbel alias Dr. Skowronnek

Dtsch Arztebl 2018; 115(44): A-2018 / B-1682 / C-1666

Jachertz, Norbert

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In Joseph Roths fabelhaftem Roman „Radetzkymarsch“ tritt auch der weise Dr. Skowronnek auf. Dahinter steckt der Frauenarzt und gefragte Medizinschriftsteller Dr. Josef Löbel (1882–1942). Löbel war mit Roth befreundet und auch ansonsten in der Berliner und der Wiener Literatenszene zu Hause. Dort trat er vorzugsweise im Winter auf, während er im Sommer im böhmischen Franzensbad als Badearzt amtierte und sich darum auch den Namenszusatz „Franzensbad“ zugelegt hatte. Heute ist Löbel-Franzensbad nahezu unbekannt, obwohl immerhin der Medizinlongseller „Knaurs Gesundheitslexikon“ auf ihn zurückgeht. Doch dessen Verlag hatte das Lexikon 1940 vorsorglich arisiert. Nach dem Ende der NS-Zeit unternahm er wenig, seinen Autor Löbel zu rehabilitieren – ein Beispiel für die „Arisierung von Fachliteratur“ (Voswinckel). Josef Löbel schied 1942 in Prag aus dem Leben, nachdem seine Frau nach Theresienstadt (und später nach Auschwitz) verbracht wurde und ihm ein Gleiches bevorstand.

Der Medizinhistoriker Voswinckel und sein Team sind Löbels Leben nachgegangen und haben aus Texten, Fotos und Dokumenten ein auch optisch beispielhaftes Buch zusammengestellt. Die Bilder vermitteln Atmosphäre, die Auszüge aus Löbel-Artikeln und -büchern einen Eindruck von dessen Gabe, einem großen Publikum Medizin zuverlässig, verständlich und noch dazu stilistisch elegant nahezubringen.

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Anerkennung verdient die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, die das Projekt großzügig gefördert hat. Norbert Jachertz

Peter Voswinckel unter Mitwirkung von Gisela Wulff, Susan Drees und Ulrike Zischka: Dr. Josef Löbel. Botschafter eines heiteren deutschen Medizin-Feuilletons. Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), Berlin 2018, 178 Seiten, gebunden, kostenfrei erhältlich bei der DGHO

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