ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Krankenhausabrechnung: Änderung bei Transportzeit von Schlaganfallpatienten geplant

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Krankenhausabrechnung: Änderung bei Transportzeit von Schlaganfallpatienten geplant

Dtsch Arztebl 2018; 115(44): A-1980 / B-1654 / C-1640

Maybaum, Thorsten

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Die Transportzeit von Schlaganfallpatienten soll ab 2019 als Abrechnungsgrundlage eindeutig definiert sein. Foto: picture alliance
Die Transportzeit von Schlaganfallpatienten soll ab 2019 als Abrechnungsgrundlage eindeutig definiert sein. Foto: picture alliance

Seit einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom Juni konnten Krankenhäuser Sonderzulagen für Schlaganfallzentren nur noch erhalten, wenn die Verlegung von Patienten in Spezialkrankenhäuser vom Moment der Diagnose bis zur Ankunft auf der Station nicht länger als 30 Minuten dauerte. Das BSG hatte damit die bis dahin geltende Auslegung der Abrechnungsbedingungen im Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS), dass sich die 30 Minuten auf die reine Transportzeit beziehen, neu gedeutet. Ärzte und Kliniken kritisierten damals, dass damit die Finanzierung der Stroke Units in Gefahr gerät. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hatte ausgerechnet, dass deshalb 270 Stroke Units im Bestand gefährdet sind. Nun hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) reagiert. Es kündigte an, dass die bei der neurologischen Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls maßgebliche Transportzeit im OPS für 2019 so präzisiert wird, dass es auf die Zeit ankommt, die ein Patient im Transportmittel verbringt. Abweichende Auslegungen hätten damit keine Grundlage mehr, hieß es. Darüber hinaus will das BMG prüfen, ob und wie negative finanzielle Auswirkungen für Kliniken durch ehemalige BSG-Urteile zu Abrechnungsbestimmungen durch gesetzliche Änderungen abgemildert werden können. Gerade im ländlichen Raum müssten die Stroke Units in Deutschland erhalten bleiben, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft begrüßte den Vorstoß. Sie regte zugleich an, nachzubessern. So sei bereits heute für viele Stroke Units aufgrund ihres Standortes eine Transportzeit von 30 Minuten „schwierig umsetzbar“. may

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