PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2018; 115(44): A-2016

FVW; BF; SH

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Risiko von nichtmelanozytärem Hautkrebs bei Hydrochlorothiazid – Pharmakoepidemiologische Studien haben ein erhöhtes Risiko für nichtmelanozytären Hautkrebs (non-melanoma skin cancer, NMSC) bei Exposition mit steigenden kumulativen Dosen von Hydrochlorothiazid (HCT) gezeigt. Hierzu zählen Basalzellkarzinome (Basaliome) sowie Plattenepithelkarzinome der Haut (Spinaliome). Als Mechanismus könnte die photosensibilisierende Wirkung von HCT verantwortlich sein. HCT wird häufig zur Behandlung von Bluthochdruck, kardialen, hepatischen und nephrogenen Ödemen sowie chronischer Herzinsuffizienz angewendet.

  • Patienten sollten über das Risiko von NMSC informiert werden, ihre Haut regelmäßig auf Hautveränderungen untersuchen, die Exposition gegenüber UV-Strahlen einschränken und einen angemessenen Sonnenschutz verwenden.
  • Verdächtige Läsionen sollten untersucht werden (ggf. einschließlich Biopsie).
  • Bei Patienten, die bereits an NMSC erkrankt waren, sollte der Einsatz von HCT sorgfältig abgewogen werden.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 62–2018

Anzeige

Risankizumab: Neue Daten zur Therapiebewertung aus Patientensicht – Für Patienten mit Psoriasis steht nicht nur eine komplett symptomfreie Haut (entsprechend einem PASI 100) im Fokus ihrer Behandlung, sondern sie erwarten zudem eine erkennbar bessere Lebensqualität. Um Aspekte wie körperliche, psychische und soziale Auswirkungen einer Therapie, gerade bei den neuen Biologika, besser beurteilen zu können, wurden die sogenannten PROs (patient-reported outcomes) implementiert.

In Paris wurden neue PRO-Daten aus den 3 Zulassungsstudien der Phase III mit Risankizumab (AbbVie) bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis vorgestellt. Der selektive IL-23-Hemmer befindet sich derzeit in der Prüfphase. Patienten unter Behandlung mit Risankizumab berichteten über wesentliche Verbesserungen im Hinblick auf den Schweregrad der Psoriasissymptome und ihre Lebensqualität im Vergleich zu aktuellen Therapiestandards. FvW

AbbVie Media-Roundtable, EADV-Kongress Veranstalter: AbbVie

Canephron® mit Antibiotika vergleichbar – Bei einer akuten unkomplizierten Zystitis (AUZ) erzielt das Phytotherapeutikum Canephron® (Bionorica SE) Therapieerfolge und eine Symptomreduzierung, die einer antibiotischen Therapie mit Fosfomycin nicht unterlegen sind. Das ist das Ergebnis einer randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie. AUZ ist im ambulanten Bereich der häufigste Grund für die Verordnung eines Antibiotikums bei Frauen.

Die aktuelle S3-Leitlinie lässt alternativ bei Patientinnen mit leichten bis mittelgradigen Beschwerden auch eine allein symptomorientierte Therapie zu. Das Phytotherapeutikum enthält eine Kombination aus Tausendgüldenkraut, Rosmarinblättern und Liebstöckelwurzel, für die antiphlogistische, analgetische, spasmolytische und antiadhäsive Effekte in verschiedenen präklinischen Untersuchungen nachgewiesen wurden. Das pflanzliche Arzneimittel kann dazu beitragen, die ambulante Verordnung von Antibiotika deutlich zu reduzieren. sh

Pressemitteilung Bionorica SE

Länger leben unter Atezolizumab bei Urothelkarzinom – Der PD-L1-Inhibitor Atezolizumab (Tecentriq®, Roche) ist für die Therapie für das lokal fortgeschrittene oder metastasierte Urothelkarzinom zugelassen und zeichnet sich durch ein langes Ansprechen und ein überzeugendes Nebenwirkungsprofil aus.

Die Zulassung umfasst sowohl die First-line-Therapie von Cisplatin-ungeeigneten Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥ 5 % auf Immunzellen im Tumor als auch die Second-line-Therapie bei Patienten nach vorheriger platinhaltiger Chemotherapie, und zwar unabhängig vom PD-L1-Status.

Die Daten zur First-line-Therapie von Cisplatin-ungeeigneten Patienten zeigen, dass 52 % der Patienten unter Atezolizumab länger als 1 Jahr leben. In der Second-line-Therapie nach platinhaltiger Behandlung überlebten unter Atezolizumab 39,2 % länger als ein Jahr gegenüber 32,4 % der Patienten unter Chemotherapie. Auch die Ansprechdauer war länger (21,7 Monate vs. 7,4 Monate). Zudem war die Immuntherapie deutlich besser verträglich (20 % versus 43 % mit UEs Grad 3–4). bf

Jeder Mensch ist einzigartig – individuelle Patientenauswahl in der Krebsimmuntherapie, DGU-Kongress Veranstalter: Roche

Treat-and-Extend-Konzept für Aflibercept zugelassen – Für die neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration (nAMD) ist ein neues Therapiekonzept mit Aflibercept (Eylea®, Bayer) zugelassen. Der Treat-and-Extend-Ansatz ermöglicht schon im ersten Jahr größere Intervalle zwischen den einzelnen Injektionen. Gleichzeitig kann der initiale Visusgewinn leichter erhalten werden.

Der neue Ansatz stützt sich auf die Daten der PERSEUS-Versorgungsstudie. Danach ist die Therapiekontinuität ein wichtiger Faktor bei der Behandlung der nAMD – allerdings lasse die Adhärenz der Patienten bei einer langfristigen Therapie immer stärker nach, wie Prof. Dr. Helmut Sachs, Dresden, erläuterte. Das neue Konzept sieht zu Beginn der Behandlung 3 monatliche Injektionen vor. Danach können die Intervalle bei stabilem Krankheitsverlauf schrittweise um 2 oder 4 Wochen verlängert werden. Im Fall eines Rezidivs werden die Intervalle entsprechend verkürzt. Auch bei längeren Behandlungsintervallen ist ein guter Visus-Erhalt möglich. sh

Aktuelle Studienlage und Optimierung der Therapie der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration mit Eylea® (Aflibercept) DOG-Kongress, Veranstalter: Bayer

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema