ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2018Arztinformationssystem: Ministerium legt Entwurf für Rechtsverordnung vor

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Arztinformationssystem: Ministerium legt Entwurf für Rechtsverordnung vor

Korzilius, Heike

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Damit Ärzte sich besser über die Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) informieren können, hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in einem Entwurf für eine Rechtsverordnung die Mindestanforderungen an ein entsprechendes Arztinformationssystem (AIS) festlegt. Ziel ist, dass Ärzte häufiger als bisher Medikamente verordnen, denen der G-BA einen Zusatznutzen gegenüber der Standardtherapie bescheinigt hat. Der Verordnungsentwurf sieht vor, dass die in der Praxissoftware enthaltenen Programme zur Arzneimittelverordnung künftig neben Angaben über den Wirkstoff und das zugelassene Anwendungsgebiet auch Informationen über die Patientengruppen enthalten, für die Aussagen zum Zusatznutzen vorliegen. Außerdem müssen die bewerteten Arzneimittel einem Krankheitsgebiet nach ICD-10-GM zugeordnet werden. Der Zusatznutzen soll dem Entwurf zufolge unter Angabe der zweckmäßigen Vergleichstherapie getrennt nach Patientengruppen dargestellt werden. Dabei sollen auch die für den Zusatznutzen relevanten klinischen Endpunkte jeweils für die einzelnen Patientengruppen zusammengefasst werden. Enthalten sein müssen künftig auch Angaben zu besonderen Anforderungen an die qualitätsgesicherte Anwendung der bewerteten Arzneimittel. Nach dem Willen des BMG sollen die Vertragsärzte auch über die Art der Zulassung des Arzneimittels informiert werden. Denn bei Arzneimitteln zur Behandlung seltener Erkrankungen gilt der Zusatznutzen zum Beispiel als belegt. Um eine wirtschaftliche Verordnungsweise zu fördern, sollen Angaben zur Höhe der Jahrestherapiekosten der bewerteten Arzneimittel und der zweckmäßigen Vergleichstherapie verfügbar sein. Der Verband forschender Arzneimittelhersteller kritisierte, dass der Entwurf der AIS die Leitlinien der Fachgesellschaften nicht miteinbezieht. HK

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