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Dtsch Arztebl 2018; 115(45): A-2075

aam; Zylka-Menhorn, Vera; mas; BF

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Fluorchinolone: Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen – Fluorchinolone wie Cipro-, Levo-, Moxi-, Nor- und Ofloxacin werden systemisch und inhalativ zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen angewendet. Daten aus epidemiologischen und nicht klinischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen insbesondere bei älteren Patienten hin:

  • Bei Patienten mit einem Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen sollten Fluorchinolone nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und Berücksichtigung von Therapiealternativen angewendet werden.
  • Patienten, die mit Fluorchinolonen behandelt werden, sollten über das Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen informiert und aufgefordert werden, bei plötzlich auftretenden schweren Bauch-, Brustkorb- oder Rückenschmerzen unverzüglich eine Notaufnahme aufzusuchen.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 63–2018

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Xarelto® plus ASS bei KHK und symptomatischer pAVK – Mit dem Faktor-Xa-Hemmer Xarelto® (Rivaroxaban, Bayer) in der vaskulären Dosierung von 2,5 mg 2 x täglich in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS, 100 mg 1 x täglich) steht eine neue Strategie zur verbesserten Prophylaxe von schweren atherothrombotischen Ereignissen für Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK) und/oder peripherer arteriellen, Verschlusserkrankung (pAVK) und einem hohen Risiko für ischämische Ereignisse zur Verfügung. In der Phase-III-Studie COMPASS bei 27 395 Patienten mit KHK und/oder pAVK reduzierte diese Kombination die Rate schwerwiegender vaskulärer Ereignisse (kardiovaskulär bedingter Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall) um 24 % im Vergleich zu ASS allein (p < 0,001) und die Gesamtmortalität um 18 % (p < 0,01). Schwere Blutungen waren insgesamt selten. Der klinische Nettonutzen war um 20 % höher als unter ASS-Monotherapie. KHK-Patienten mit gleichzeitiger pAVK sowie Patienten mit Diabetes, Nieren- oder Herzinsuffizienz profitierten noch stärker von Rivaroxaban plus ASS als das Gesamtkollektiv. In der pAVK-Subgruppe sank die Rate von Majoramputationen um 70 % versus ASS allein. aam

Launch-Pressekonferenz „KHK und pAVK: COMPASS gibt Patienten neue Perspektiven“, Veranstalter: Bayer

Humira® während Schwangerschaft und Stillzeit – Nach neuen Daten kann der TNF-Blocker Adalimumab (Humira®, AbbVie) auch während der Stillzeit verwendet werden. Während einer Schwangerschaft sollte eine Humira-Therapie nur dann erfolgen, wenn es eindeutig erforderlich ist – auch wenn die neuen Daten nicht auf eine erhöhte Rate an Missbildungen bei Neugeborenen hinweisen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten dennoch geeignete Empfängnisverhütungsmethoden in Erwägung ziehen und für mindestens 5 Monate nach der letzten Humira-Injektion fortsetzen. zyl

Pressemitteilung von AbbVie Deutschland

Avelumab beim metastasierten Merkelzellkarzinom – Das Merkelzellkarzinom (MCC) ist ein sehr seltener, aber besonders aggressiver Hauttumor. Die 5-Jahres-Sterblichkeit variiert zwischen 30 und 64 %, sagte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen. Es gebe bisher keine kurative Therapie des metastasierten Merkelzellkarzinoms – das mediane Überleben nach Chemotherapie betrage rund 9 Monate. Aber seit einem Jahr ist jetzt ein Immun-Checkpoint-Inhibitor beim metastasierten MCC zugelassen: Avelumab, ein humaner Antikörper gegen den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1; Bavencio®, Merck/Pfizer).

Die Zulassungsstudie JAVELIN Merkel 200 hatte gezeigt, dass ein Drittel der 88 Patienten mit metastasiertem MCC auf Avelumab angesprochen hatten (10 mg/kg i.v. alle 2 Wochen). Die 2-Jahres-Follow-up-Daten waren beim ASCO-Kongress vorgestellt worden. Die Patienten, die auf Avelumab ansprachen, profitierten auch länger: Die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) lag nach einem Jahr bei 29 % und nach 2 Jahren bei 26 %. Die Rate zum Gesamtüberleben (OS) betrug nach einem Jahr 50 %, nach 2 Jahren 36 %. Die Immun-Checkpoint-Blockade führe zu schnellem, dauerhaftem Ansprechen und sei eine effektive Behandlungsoption für Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom, so Schadendorf. mas

1 Jahr Erfahrung mit Avelumab, ADO-Kongress 2018, Veranstalter: Merck/Pfizer

Real-World-Daten für Ustekinumab bei Morbus Crohn – Für den Interleukin-12/23-Inhibitor Ustekinumab (Stelara®) liegen nun Real-World-Daten vor. Sie bestätigen die schnelle Wirksamkeit und gute Verträglichkeit im Paxisalltag, auch bei intensiv vorbehandelten Patienten. In der belgischen Kohorte mit prospektiv gesammelten Daten von 157 Patienten, die mit TNFα-Inhibitoren oder Vedolizumab vorbehandelt waren, konnte Ustekinumab eine klinische und biologische Remission erreichen.

Nach 8 Wochen war ein klinisches Ansprechen* bei 56,7 %, eine klinische Remission bei 27,4 % erreicht, nach 16 Wochen bei 53,5 % bzw. 31,7 %. Ein biologisches Ansprechen bzw. eine Remission wurde bei 25,8 % und 8,3 % nach acht Wochen und 23,8 % und 10,5 % nach 16 Wochen beobachtet.

In der deutschen Kohorte mit 38 Erwachsenen mit intensiv vorbehandeltem mittelschweren bis schweren aktiven Morbus Crohn entsprach ein Drittel nicht den Einschlusskriterien der Zulassungsstudien. 84,2 % waren mit Azathioprin, 47,4 % waren mit zwei TNFα-Inhibitoren vorbehandelt, zusätzlich zu anderen Immunsuppressiva. 50 % (19/38) dieser Patienten erreichten ein klinisches Ansprechen auf Ustekinumab, zwei Drittel davon eine Remission. bf

Presseworkshop „Aus der Praxis für die Praxis – Erfahrungsaustausch zur aktuellen Therapielandschaft bei aktivem Morbus Crohn“, Veranstalter: Janssen

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