ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2018Hilfsmittel: Übertragungsanlagen sind altersunabhängig verordnungsfähig

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Hilfsmittel: Übertragungsanlagen sind altersunabhängig verordnungsfähig

Dtsch Arztebl 2018; 115(45): A-2087

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Auch Erwachsene können künftig – zusätzlich zu Hörhilfen oder Cochlea-Implantaten – Übertragungsanlagen verordnet bekommen. Foto: Rawpixel.com/stock.adobe.com
Auch Erwachsene können künftig – zusätzlich zu Hörhilfen oder Cochlea-Implantaten – Übertragungsanlagen verordnet bekommen. Foto: Rawpixel.com/stock.adobe.com

Sogenannte Übertragungsanlagen sind nunmehr altersunabhängig zusätzlich zu anderen Hörhilfen verordnungsfähig. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss kürzlich klargestellt. Der Beschluss ist bereits in Kraft getreten.

Durch die damit verbundenen Änderungen der Hilfsmittel-Richtlinie werden die Verordnungsmöglichkeiten von Übertragungsanlagen auf Erwachsene erweitert und an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Sie können nunmehr altersunabhängig zusätzlich zu einer bereits erfolgten Versorgung mit Hörhilfen oder einem Cochlea-Implantat verordnet werden. Eine Verordnung ist möglich, wenn trotz bestmöglicher Hörgeräteanpassung im täglichen Leben kein ausreichendes Sprachverstehen erreicht wird.

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Wenn eine gesicherte Diagnose durch einen Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie oder für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vorliegt, kann die Übertragungsanlage auf Muster 16 verordnet werden. Grundsätzlich müssen die Krankenkassen vorab genehmigen.

Übertragungsanlagen können außerdem für die Sprachentwicklung oder Sprachförderung verordnet werden beziehungsweise soweit sie für das Sprachverstehen in Kindergarten, Schule oder schulischer Ausbildung erforderlich sind. Darüber hinaus sind Übertragungsanlagen verordnungsfähig, wenn bei peripherer Normalhörigkeit aufgrund einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung eine pathologische Einschränkung des Sprachverstehens im Störschall besteht.

Die in der Hilfsmittel-Richtlinie enthaltenen Versorgungsziele wurden ebenfalls angepasst. Dazu wurde unter anderem klargestellt, dass durch eine Versorgung mit Hörgeräten auch das sogenannte räumliche Hören verbessert werden soll. Das räumliche Hören ist speziell für Menschen wichtig, die eine zusätzliche Sehbehinderung haben. EB

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