ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2018Michael Wunder: Einsatz für die Würde behinderter Menschen

PERSONALIEN

Michael Wunder: Einsatz für die Würde behinderter Menschen

Korzilius, Heike

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Michael Wunder, Foto: privat
Michael Wunder, Foto: privat

Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Würde und die Rechte behinderter und kranker Menschen ist Dr. phil. Michael Wunder (66) mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet worden. Der Hamburger Psychologe und Psychotherapeut gilt als ausgewiesener Experte für die Aufarbeitung der Euthanasieverbrechen während des Nationalsozialismus. Das Thema beschäftigt ihn bereits seit den 1980er-Jahren. Innerhalb des Medizinbetriebs war er damit einer der Vorreiter.

Wunder arbeitete zunächst an der Fachklinik für hirngeschädigte Kinder und Jugendliche in Unna und wechselte 1981 zur Evangelischen Stiftung Alsterdorf nach Hamburg. Seit 1998 leitet er dort das Beratungszentrum. 2001 gründete er das Institut „Mensch, Ethik und Wissenschaft“, das sich insbesondere für die Rechte Behinderter einsetzt. Zurzeit gilt er in der Hansestadt als wesentlicher Akteur bei der Versöhnung mit ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern der Alsterdorfer Anstalten, denen in der Nachkriegszeit Leid und Unrecht widerfahren ist.

Anzeige

Von 2000 bis 2005 war Wunder Mitglied in der Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages. 2008 wurde er in den Deutschen Ethikrat berufen, dem er bis 2016 angehörte. Dort brachte sich der Psychologe über Jahre hinweg auch auf Bundesebene in wichtige medizinisch-ethische Debatten ein, unter anderem zur Reproduktionsmedizin, zur Pränataldiagnostik sowie zur Behandlung und Versorgung von behinderten, sterbenden und dementen Menschen. Heike Korzilius

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote