ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2018Triple-negatives Mammakarzinom: Atezolizumab kann Überlebenszeit teilweise deutlich verlängern

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Triple-negatives Mammakarzinom: Atezolizumab kann Überlebenszeit teilweise deutlich verlängern

Dtsch Arztebl 2018; 115(45): A-2074 / B-1725 / C-1703

Meyer, Rüdiger

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Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com
Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com

Die Immuntherapie, die den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf Krebszellen stimuliert, hat sich erstmals in einer größeren Studie in der Brustkrebsbehandlung als effektiv erwiesen. In einer Studie zur Ersttherapie von Frauen mit fortgeschrittenem triple-negativen Mammakarzinom verlängerte die Kombination mit dem PD-L1-Inhibitor Atezolizumab die Überlebenszeiten unter einer Chemotherapie deutlich, wenn im Tumor eine Expression von PD-L1 nachweisbar war.

An der IMpassion130-Studie nahmen 451 Patientinnen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem (und damit inoperablem) triple-negativen Mammakarzinom teil, die bisher noch keine Chemotherapie erhalten hatten. An weltweit 246 Zentren wurden die Frauen auf eine Behandlung mit nab-Paclitaxel plus Atezolizumab oder auf eine alleinige Chemotherapie mit nab-Paclitaxel randomisiert.

Die primären Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben, wobei vor Studienbeginn eine Subgruppenanalyse nach der Expression von PD-L1 im Tumorgewebe vorgesehen war. In dieser Untergruppe (41 % aller Patientinnen) wurden erwartungsgemäß die besten Ergebnisse erzielt. Wie das Studienteam berichtet, betrug das mediane progressionsfreie Überleben in der Gruppe mit zusätzlicher Atezolizumab-Therapie 7,5 Monate gegenüber 5,0 Monaten unter der alleinigen Chemotherapie (HR 0,62; 95-%-KI 0,49–0,78). Das mediane Gesamtüberleben wurde deutlich auf 25,0 Monate in der Atezolizumab-Gruppe gegenüber 15,5 Monaten in der Vergleichsgruppe verlängert (Hazard Ratio 0,62; 0,45 bis 0,86). In der Gesamtgruppe aller Patientinnen waren die Ergebnisse weniger deutlich: Das progressionsfreie Überleben stieg auf 7,2 Monate gegenüber 5,5 Monaten (HR auf Progression oder Tod 0,80; 0,69–0,92). Das mediane Gesamtüberleben verlängerte sich auf 21,3 Monate in der Atezolizumab-Gruppe gegenüber 17,6 Monaten in der Vergleichsgruppe. Die HR von 0,84 (95-%-KI 0,69–1,02) verfehlte das Signifikanzniveau. 15,9 % der Patientinnen brachen die Therapie ab (8,2 % in der Vergleichsgruppe).

Fazit: Die Zulassungserweiterung wird wahrscheinlich auf Frauen mit PD-L1-Nachweis beschränkt bleiben. Die Responserate betrug 56 %, sodass sich relativ bald herausstellen dürfte, wer von einer fortgesetzten Therapie mit Atezolizumab profitiert. Diese Patientinnen dürfen auf eine verlängerte Überlebenszeit hoffen. Rüdiger Meyer

Schmid P, Adams S, Rugo H S, et al.:; Atezolizumab and Nab-Paclitaxel in Advanced Triple-Negative Breast Cancer. New England Journal of Medicine 2018; doi: 10.1056/NEJMoa1809615.

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