ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2018Ethikrat: Zwang in der Pflege nur als letztes Mittel

AKTUELL

Ethikrat: Zwang in der Pflege nur als letztes Mittel

Dtsch Arztebl 2018; 115(45): A-2040

KNA

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Zwangsmaßnahmen etwa bei psychisch Kranken oder altersverwirrten Menschen sollten nach Überzeugung des Deutschen Ethikrates nur als letztes Mittel erlaubt sein. Sie dürften nur erwogen werden, wenn die Fähigkeit des Betroffenen zur Selbstbestimmung „so stark eingeschränkt ist, dass er keine frei verantwortliche Entscheidung zu treffen vermag“, heißt es in einer Stellungnahme. Ein solcher „wohltätiger Zwang“ sei ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte und müsse rechtlich und ethisch besonders gerechtfertigt werden, betonen die Experten. Dabei räumen sie ein, dass die Grenze zur „fehlenden Freiverantwortlichkeit in der Praxis schwer zu ziehen ist“. Nach Überzeugung des Rates soll Zwang möglichst vermieden werden, auch durch entsprechende Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse. Zwangsmaßnahmen sollten zudem möglichst kurz gehalten werden. Bei der Abwägung müsse die Gefahr von „Demütigung, Traumatisierung oder Vertrauensverlust“ berücksichtigt werden. Für beteiligtes Personal empfiehlt der Rat eine besondere Schulung und Begleitung. Die einstimmig verabschiedete Stellungnahme umfasst weitere gesonderte Empfehlungen für die drei Praxisfelder Psychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe sowie Altenpflege und Behindertenhilfe. kna

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema