ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2018Ethikrat: Zwang in der Pflege nur als letztes Mittel

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Ethikrat: Zwang in der Pflege nur als letztes Mittel

KNA

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Zwangsmaßnahmen etwa bei psychisch Kranken oder altersverwirrten Menschen sollten nach Überzeugung des Deutschen Ethikrates nur als letztes Mittel erlaubt sein. Sie dürften nur erwogen werden, wenn die Fähigkeit des Betroffenen zur Selbstbestimmung „so stark eingeschränkt ist, dass er keine frei verantwortliche Entscheidung zu treffen vermag“, heißt es in einer Stellungnahme. Ein solcher „wohltätiger Zwang“ sei ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte und müsse rechtlich und ethisch besonders gerechtfertigt werden, betonen die Experten. Dabei räumen sie ein, dass die Grenze zur „fehlenden Freiverantwortlichkeit in der Praxis schwer zu ziehen ist“. Nach Überzeugung des Rates soll Zwang möglichst vermieden werden, auch durch entsprechende Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse. Zwangsmaßnahmen sollten zudem möglichst kurz gehalten werden. Bei der Abwägung müsse die Gefahr von „Demütigung, Traumatisierung oder Vertrauensverlust“ berücksichtigt werden. Für beteiligtes Personal empfiehlt der Rat eine besondere Schulung und Begleitung. Die einstimmig verabschiedete Stellungnahme umfasst weitere gesonderte Empfehlungen für die drei Praxisfelder Psychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe sowie Altenpflege und Behindertenhilfe. kna

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