ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2018Studie: Deutschland beim Thema E-Health im Rückstand

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Studie: Deutschland beim Thema E-Health im Rückstand

Dtsch Arztebl 2018; 115(45): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: Jackie Niam/stock.adobe.com
Foto: Jackie Niam/stock.adobe.com

In Sachen E-Health hat Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern Nachholbedarf. Das jedenfalls hat eine nicht repräsentative Studie der Technischen Universität (TU) Braunschweig, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall, Tirol, herausgefunden.

Anhand sogenannter E-Health-Indikatoren haben die Wissenschaftler Österreich, Deutschland, Finnland, Hongkong, Südkorea, Schweden und die USA miteinander verglichen. Zu den insgesamt sechs Indikatoren gehörten der Zugang von Angehörigen der Gesundheitsberufe zu den Gesundheitsdaten ihrer Patienten, der Zugriff der Patienten auf ihre Daten, der Zugang der Pflegekräfte zu den Daten der Patientenakte sowie die jeweiligen Möglichkeiten dieser Gruppen, Informationen in die Patientenakte aufzunehmen.

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Den Ergebnissen zufolge können in Deutschland zwar viele Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern und Arztpraxen Daten ihrer Patienten digital erfassen. Doch seien diese Daten noch nicht landesweit verfügbar. Zudem hätten Patienten und pflegende Angehörige in Deutschland und auch Österreich noch keinen Zugriff auf die Daten. „Es bestätigte sich, dass zum Beispiel die skandinavischen Länder bessere Möglichkeiten für ihre Bürgerinnen und Bürger bieten“, sagte eine der Studien-Autorinnen, Prof. Elske Ammenwerth von der UMIT in Hall.

„Es wird häufig gesagt, dass Ländergrößen und die Organisation des Gesundheitssystems entscheidend bei der Umsetzung von eHealth-Zielen sind“, ergänzte Studien-Autor Prof. Reinhold Haux von der TU Braunschweig und der MHH. „In unseren Untersuchungen haben wir allerdings einen weiteren wichtigen Einflussfaktor festgestellt“, betonte er. Besonders in Ländern, in denen es einen klaren politischen Willen gebe, finde man eine patientenzentrierte, einrichtungsübergreifende Informationsverarbeitung. Die Studie ist erschienen in der Zeitschrift Applied Clinical Informatics (doi: 10.1055/s-0038–1669458). sg

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