ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2018Menschen mit geistiger Behinderung: Bessere psychotherapeutische Versorgung

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Menschen mit geistiger Behinderung: Bessere psychotherapeutische Versorgung

PP 17, Ausgabe November 2018, Seite 484

Bühring, Petra

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Das oberste Gremium der Selbstverwaltung hat die Psychotherapierichtlinie zugunsten geistig behinderter Menschen verbessert. Foto: G-BA
Das oberste Gremium der Selbstverwaltung hat die Psychotherapierichtlinie zugunsten geistig behinderter Menschen verbessert. Foto: G-BA

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat die Psychotherapierichtlinie um zusätzliche Regelungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung ergänzt. So können sie künftig bis zu zehn psychotherapeutische Sprechstunden-Einheiten (25 Minuten) je Krankheitsfall in Anspruch nehmen, statt höchstens sechs wie bei Erwachsenen üblich. Erweitert wurde ebenso das Kontingent für probatorische Sitzungen um zwei Einheiten.

Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung bestehen häufig besondere Bedingungen bei der Wahrnehmung, der Problemerkennung, der Problemlösung und -umsetzung sowie der Beziehungsgestaltung und notwendigen Unterstützung im Alltag durch Bezugspersonen. Mit der Richtlinienänderung wird deshalb in der Einzel- oder Gruppentherapie die Einbeziehung von Bezugspersonen – anders als bei Erwachsenen ohne Behinderung – nicht auf das Gesamtkontingent angerechnet. Hierfür stehen nun weitere Therapieeinheiten im Rahmen der Sprechstunde, der Probatorik und der Rezidivprophylaxe zur Verfügung.

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Klarstellend beinhaltet der G-BA- Beschluss die Definition der Patientengruppe, für die die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten gelten sollen: Menschen, bei denen eine Diagnose entsprechend des Abschnitts „Intelligenzstörung“ (F70-F79) nach der ICD-10 vorliegt. Dies sind insbesondere leichte bis schwerste Intelligenzminderungen.

Die Deutsche Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung e.V. und die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. begrüßen die Änderungen der Psychotherapierichtlinie. Bislang habe sie den spezifischen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen nicht in ausreichendem Umfang entsprochen. PB

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