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Dtsch Arztebl 2018; 115(46): A-2130

kw; Keiner, Sven; namo; MW

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Lungenkrebs: Lichtblicke bei der First-line-Therapie – Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) leben signifikant länger, wenn sie first-line den PD-L1-Inhibitor Atezolizumab (Tecentriq®, Roche) zusätzlich zur Chemotherapie erhalten. In der Phase-III-Studie IMpower133 wurde bei therapienaiven Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem SCLC mit extensiver Ausbreitung (ES-SCLC) das mediane Gesamtüberleben bei Gabe des PD-L1-Inhibitors zusätzlich zu Carboplatin und Etoposid im Vergleich zur Kontrollgruppe um 2 Monate verlängert. Dies entspricht einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 30 %. Mehr als die Hälfte der Patienten (51,7%) war nach einem Jahr noch am Leben vs. 38,2 % in der Vergleichsgruppe.

Auch Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) überleben signifikant länger, wenn sie den Checkpoint-Inhibitor in der Erstlinientherapie „on Top“ zu mit Bevacizumab (Avastin®) und Chemotherapie bekommen. In der Phase-III-Studie IMpower150 überlebten therapienaive NSCLC-Patienten, die Atezolizumab zusätzlich zu Bevacizumab und Carboplatin/Paclitaxel erhielten, im Median 4,5 Monate länger als die Patienten der Kontrollgruppe. Dabei profitierten Patienten mit Lebermetastasen und Patienten mit EGFR/ALK-Mutationen in besonderem Ausmaß. kw

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Roche-Symposium „How immunotherapy is revolutionizing first-line lung cancer care“ im Rahmen der Tagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in München.

IL17-Blocker Secukinumab bewährt sich in der Praxis – Die Ergebnisse der PROSPEKT-Studie belegen, dass mit dem IL17- Blocker Secukinumab (Cosentyx®) in der täglichen Praxis vergleichbar starke Verbesserungen von Psoriasisläsionen erreicht werden, wie in den Zulassungsstudien. Auch in puncto Sicherheit wurden keine neuen Signale beobachtet. In die PROSPECT-Studie wurden 2 205 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingeschlossen und mit Secukinumab behandelt. Ein Baseline „Psoriasis Area and Severity Index (PASI)“-Wert konnte bei 89,9 % der Patienten ermittelt werden, er betrug im Mittel 20,1 %. An Woche 24 gelang es 83,1 % der Patienten, eine Verbesserung des PASI-Werts um 75 % (PASI 75) zu erreichen, 68,5 % erzielten ein PASI-90-Ansprechen und bei 39,7 % kam es zu einer vollständigen Abheilung (PASI 100).

Nach Angabe von Prof. Diamant Thaci vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, ist dies ein sehr positives Ergebnis, da sich hochselektierte Patienten, wie sie in randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudien eingeschlossen werden, deutlich von den Psoriasispatienten in der täglichen Praxis unterscheiden: Letztere sind häufig älter und weisen verschiedene Begleiterkrankungen auf. sk

Quelle: Novartis-Pressegespräch „EADV-SUMMIT: Psoriasis-Therapie im Visier“ in Berlin.

Arlevert® und vestibuläre Kompensation – Schwindel entsteht durch ein Ungleichgewicht der vestibulären, visuellen und somatosensorischen Eingänge oder durch fehlerhafte Verarbeitung im Gehirn. Das vestibuläre System hat die Fähigkeit zur Defektheilung (vestibuläre Kompensation). Aber „etwa 10–30 % der Patienten kompensieren nicht und leiden an chronischer vestibulärer Insuffizienz“, sagte Prof. Holger Rambold, Universitätsklinik Regensburg. Zur vestibulären Kompensation laufen Prozesse parallel zusammen, wie Neuroplastizität, Adaptation, Substitution und Habituation. Nur wenige davon sind durch Therapien beeinflussbar, gezielte Physiotherapie sei daher wichtig“, stellte der Neurologe klar. Bremsend sind Angst und Depressionen, die als therapiepflichtige Begleiterkrankungen zu 20–30 % auftreten.

Für Medikamente, insbesondere Antiverginosa, bestehe das Dogma, dass man diese bei Gleichgewichtsausfällen nicht einsetzen darf. „Das beruht aber auf sehr alten Tierexperimenten“, so Rambold und kritisiert, dass die Verteilung der Rezeptoren von Tier auf Mensch nicht übertragbar sei. Antiverginosa wie Cinnarizin/Dimenhydrinat (Arlevert®) würden benötigt, um Schwindel und Übelkeit zu bessern und so eine Physiotherapie möglich zu machen. Eine Studie verglich randomisiert bei 62 Patienten Cinnarizin/Dimenhydrinat 20 mg/ 40 mg mit Betahistin 3 x 12 mg für 4 Wochen. Arlevert® besserte signifikant die Lebensqualität der Patienten und war eine effektive und gut verträgliche Behandlungsoption (Clin Drug Investig 2012; 32(6): 387–99). namo

Quelle: Pressekonferenz im Rahmen des 12. HENNIG-Vertigo-Symposium in Halle/Saale.

Multples Myelom –Bei der kontinuierlichen Therapie des Multiplen Myeloms stehen Verbesserungen des Überlebens die Therapiedauer und Nebenwirkungen gegenüber. Die Rationale für eine kontinuierliche Behandlung unterstrich Dr. med. Hans-Jürgen Salwender, Hamburg, anhand VISTA-Trials, bei der die 3-fach-Kombination aus Bortezomib, Melphalan und Prednison über mehr als 54 Monate eine anhaltend ansteigende Ansprechtiefe demonstrierte. Dies steht im Einklang mit Daten der TOURMALINE-MM1-Studie, die für Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (Rd) – ein vollständig oral einzunehmendes Regime – mit zunehmender Therapiedauer ebenfalls eine steigende Ansprechtiefe sowie eine steigende Anzahl an Patienten mit einem sehr guten bzw. kompletten Ansprechen zeigte. Relevante Faktoren für eine erfolgreiche kontinuierliche Therapie sind Salwender zufolge eine gute Verträglichkeit sowie die Möglichkeit der oralen Gabe der Medikation. mw

Satellitensymposium „Neue Entwicklungen in der Behandlung des Multiplen Myeloms, Hodgkin Lymphoms und des kutanen T-Zell-Lymphoms“, im Rahmen der DGHO-Jahrestagung in Wien. Veranstalter: Takeda Pharma

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