ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2018Medizingeschichte: Werke aus Öl, Aquarell und Eigenblut

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Medizingeschichte: Werke aus Öl, Aquarell und Eigenblut

Dtsch Arztebl 2018; 115(46): A-2132

Kahl, Kristin

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Gemälde aus fünf Jahrhunderten: Einen Einblick in die Sammlung des Deutschen Medizinhistorischen Museums erhalten Besucher im Rahmen von Rundgängen, Führungen und Workshops.
Gemälde aus fünf Jahrhunderten: Einen Einblick in die Sammlung des Deutschen Medizinhistorischen Museums erhalten Besucher im Rahmen von Rundgängen, Führungen und Workshops.

„Radikal Analog“ heißt die neue Schau des Deutschen Medizinhistorischen Museums (DMM) in Ingolstadt. Mit rund 130 Bildern aus fünf Jahrhunderten will das Institut den Blick auf das Thema Heilkunst im Wandel der Zeit lenken. Die Ausstellung soll auch ein Gegengewicht schaffen zur Schnelllebigkeit von virtuellen Bildern. Marion Rusinger, Direktorin des DMM, erklärt: „Noch nie gab es so viele Bilder wie heute – und noch nie haben wir uns so wenig Zeit dafür genommen, sie zu betrachten.“

Zum Rundgang, ruhigen Betrachten und Vergleichen der Werke lädt „Radikal Analog“ ein und präsentiert dabei nicht nur Gemälde von bekannten Künstlern, sondern auch laienhaft komponierte Votivbilder. Teilweise sind die Namen der Urheber unbekannt, was laut Rusinger auch der Geschichte des DMM geschuldet ist. „Als unser Haus vor gut 45 Jahren gegründet wurde, gab es noch keine Sammlung“, so die Museumsdirektorin. „Deshalb wurde erst mal möglichst viel angeschafft, ohne zu sehr auf die Hintergründe zu achten.“ Um diesem Umstand abzuhelfen, wird das DMM Handzettel an Besucherinnen und Besucher verteilen, sodass das Publikum bei der Zuordnung der Werke zu Künstlern helfen kann.

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Durchaus bekannt ist der Name des Künstlers, von dem im Ingolstädter Haus eine Eigenblut-Autoanthropometrie ausgestellt ist. Peter Gilles ließ sich 1997 im Museum (unter sterilen Bedingungen) Blut abnehmen, um einen Selbstdruck aus Lebenssaft auf Spiegelglas anzufertigen. Andere, im Gegensatz dazu eher klassische Werke, zeigen Totenschädel, Sterbezimmer, Arztportraits und Behandlungssituationen. Damit bietet das DMM die bundesweit größte medizinhistorische Sammlung. kk

http://daebl.de/ZY62

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