ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2018Antibiotikaresistente Keime: Infektionen nehmen in Europa weiter zu

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Antibiotikaresistente Keime: Infektionen nehmen in Europa weiter zu

Dtsch Arztebl 2018; 115(46): A-2093 / B-1739 / C-1717

Meyer, Rüdiger

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Im europäischen Wirtschaftsraum (EU und EEA) erlitten 2015 mehr als 670 000 Menschen eine Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen, an denen etwa 30 000 Menschen starben und durch die circa 875 000 beschwerdefreie Lebensjahre (DALY) verloren gingen. Dies kam in einer Studie in Lancet Infectious Diseases heraus, nach der zwei Drittel der Infektionen eine nosokomiale Ursache hatten.

Die Resistenzproblematik ist vor allem im Südosten Europas verbreitet. Europaweit sind die Zahlen in Italien und Griechenland mit DALYs von annähend 500 auf 100 000 Personen am höchsten. In Deutschland sind es weniger als 80 auf 100 000 Personen. Aus Island wurden 2015 lediglich 27 Fälle und ein Todesfall gemeldet. Die Zahlen, die Alessandro Cassini und Mitarbeiter vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ermittelt haben, beruhen auf den Recherchen des europäischen Netzwerks zur Beobachtung antimikrobieller Resistenzen (EARS-Net).

Das EARS-Net erfragt bei den nationalen Gesundheitsbehörden, in Deutschland ist dies das Robert Koch-Institut, die Daten einzelner Labors der Länder ab. Sie betreffen Resistenztests zu 16 Antibiotika bei acht Erregern, die in Blut- oder Liquorkulturen nachgewiesen wurden. Diese Ergebnisse wurden mit epidemiologischen Studien zur Punktprävalenz einzelner Infektionen verrechnet. rme

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