ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2018Medizinstudium: Falsche Voraussetzungen
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Hier wird ... in Sauerbruchscher Manier ein Arztbild propagiert, auf das nur der Ausspruch passt „Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl und flink wie die Windhunde“. Der „survival of the fittest“ für unsere „brave new world“.

Dabei gehen die Autoren von falschen Voraussetzungen aus. Nicht nur Studienplätze sind knapp. In Deutschland herrscht auch ein Ärztemangel. Deutschland braucht Ärzte – die Welt braucht Ärzte. Wir Ärzte müssen darauf hinwirken, dass unser Nachwuchs gute und genügende Ausbildungsmöglichkeiten findet. Kein Argument kann sein, das Studium koste zuviel. Die immer wieder kolportierten 200 000 Euro an staatlichen deutschen Hochschulen werden interessanterweise von privaten Hochschulen bei geringeren Studentenzahlen unterboten (z. B. ca. 75 000 Euro in Salzburg/Nürnberg). Wer sich gegen eine Aufstockung der Ausbildungsmöglichkeiten ausspricht, verstärkt den Ärztemangel und verschärft damit die Arbeitsbelastung der ausgebildeten Kollegen. Die Spitze ist dann, Kollegen zu fordern die dies „aushalten“ sollen.

Den Autoren entgeht zudem die Vielfältigkeit des ärztlichen Berufs. Es gilt längst nicht in jedem Fachgebiet und für jeden Arzt, 24-Stunden-plus-Schichten auszuhalten.

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Mit dem in diesem Artikel propagierten Arztbild werden wir weder unserem Nachwuchs noch unseren Patienten noch unserer Gesellschaft gerecht.

Dr. med. Marc Wilms, 47495 Rheinberg

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