ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2018Randnotiz: Statistik für den Selbstversuch

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Randnotiz: Statistik für den Selbstversuch

Dtsch Arztebl 2018; 115(46): A-2093 / B-1739 / C-1717

Maybaum, Thorsten

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Medizinstudierende, aber auch Lehrende, haben Lücken beim Verständnis statistischer Zusammenhänge. Das haben Wissenschaftler des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung herausgefunden und ihre Erkenntnisse in der Zeitschrift BMJ-Open (http://daebl.de/LW52) veröffentlicht. Für die Analyse unterzogen sich 169 Studierende (kurz vor Abschluss) und 16 Professoren und Dozenten dem von den Forschern entworfenen „Schnelltest Risikokompetenz“ (http://daebl.de/TA42), der zur Selbstprüfung frei zugänglich ist. Anhand von zehn Multiple-Choice-Fragen wird geprüft, ob
Risiken eingeschätzt und Wahrscheinlichkeiten verstanden werden. Außerdem prüft der Test das Verständnis zentraler Begriffe der Medizinstatistik. „Die Fragen basieren auf Situationen aus der ärztlichen Praxis. In einem guten Gesundheitssystem müsste jeder Mediziner diese Fragen richtig beantworten können“, sagte Mirjam Jenny, Erstautorin und leitende Wissenschaftlerin am Harding-Zentrums für Risikokompetenz. Das Ergebnis fiel allerdings anders aus. Die Studierenden beantworteten im Durchschnitt die Hälfte, die Lehrenden drei Viertel aller Fragen richtig. Gerd Gigerenzer, Co-Autor der Studie und Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz, sieht Handlungsbedarf. „Diese Studie zeigt, dass Statistik in der medizinischen Lehre immer noch vernachlässigt wird – das muss sich ändern“, sagte er. Wenn angehende Ärzte Statistiken missverstünden, würden sie falsche Informationen auch an ihre Patienten weitergeben. Bereits ein 90-minütiger Kurs soll die Statistikkompetenz erheblich verbessern.

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