ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2018GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von kombinierten PET-/CT-Untersuchungen

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GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von kombinierten PET-/CT-Untersuchungen

Dtsch Arztebl 2018; 115(46): A-2140 / B-1770 / C-1748

Ulmer, Martin

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Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, das insbesondere in der Krebsdiagnostik zur Entdeckung eines Tumors oder von Metastasen und zur Auswertung des Therapieerfolgs angewendet wird. Dabei werden Stoffwechselvorgänge im Körper dargestellt. Hierzu wird dem Patienten ein Radionuklid, in der Regel das radioaktiv markierte Traubenzucker 18F-FDG (sog. Tracer), intravenös injiziert. Weil die meisten bösartigen Tumoren durch einen erhöhten Energiebedarf die Eigenschaft besitzen, vermehrt Zucker aufzunehmen, können diese mit hoher Präzision sichtbar gemacht werden: Da der Tracer im Körper sehr schnell zerfällt, kann die beim Zerfall frei werdende Energie in Form von Photonen oder „Gammaquanten“ mithilfe einer Gammakamera gemessen werden. Ein angeschlossener Computer berechnet anhand der zeitlichen und räumlichen Verteilung der Strahlung Funktionsbilder einzelner Gewebe und Organe.

Als Weiterentwicklung dieser Untersuchungstechnik gibt es inzwischen sogenannte Hybridgeräte, die die Vorteile der Positronen-Emissions-Tomografie mit denen der Computertomografie (CT) verbinden. Wurden ursprünglich PET- und CT-Aufnahmen von unterschiedlichen Geräten erstellt und erst im Nachhinein am Computer übereinandergelegt, können an kombinierten PET/CT-Geräten beide Untersuchungen in einem Untersuchungsgang gemacht werden, nämlich die PET, die den Stoffwechsel der Zellen untersucht, und die CT, auf deren Bildern man die einzelnen Gewebe besser erkennen kann. Wie bei der Computertomografie allein, können auch bei der PET/CT Kontrastmittel verwendet werden, um verschiedene Gewebe voneinander abzugrenzen. Da die Aufnahmen von einem Gerät gemacht werden, lassen sich PET- und CT-Bilder exakt übereinanderlegen. Auffällige Befunde können so leichter einem bestimmten Organ oder einer bestimmten Region zugeordnet werden, beispielsweise wenn ein Tumor zur Planung einer Strahlentherapie genau eingegrenzt werden soll.

Da – anders als im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) – für die Diagnostische Positronen-Emissions-Tomografie mit Computertomografie (PET/CT) in dem seit 1996 nicht mehr aktualisierten Gebührenverzeichnis der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) noch keine eigenständige Leistungsposition existiert, hat der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hierzu im Deutschen Ärzteblatt, Heft 16 vom 20. April 2018, eine Abrechnungsempfehlung veröffentlicht. Danach können bei der Abrechnung von kombinierten PET-/CT-Untersuchungen nach der GOÄ die entsprechenden Gebührenpositionen für die jeweiligen Leistungen nebeneinander abgerechnet werden. Beispielsweise kann für die Ganzkörper-PET-/CT-Untersuchung die Nummer 5369 GOÄ („Höchstwert für CT-Leistungen …“) neben der Nummer 5489 GOÄ („PET mit quantifizierender Auswertung …“) abgerechnet werden. Bei einer Teilkörper-PET-/CT-Untersuchung tritt anstelle der Nummer 5369 GOÄ die entsprechende Gebührenposition für die CT-Einzelleistung, beispielsweise bei der CT-Untersuchung im Hals- und/oder Thoraxbereich die Nummer 5371 GOÄ.

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Dipl.-Verw. Wiss. Martin Ulmer

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