ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1996Neues in der Medizin: Wie schreib' ich es?

POLITIK: Aktuell

Neues in der Medizin: Wie schreib' ich es?

Lammersmann, Birgit

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LNSLNSLNSLNS "Wie mache ich medizinische Neuigkeiten verständlich? Richtige und falsche Wege im Umgang mit der Presse", so lautete am 20. Mai das Thema einer Gastvorlesung des Wissenschaftsredakteurs Dr. rer. nat. Dirk Förger ("Die Welt") an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.
Der Trend in der Presselandschaft gehe dahin, daß wir "zur bestunterhaltendsten und schlechtinformiertesten Gesellschaft" verkämen, in der "die Präsentation wichtiger sei als der Inhalt", bedauerte Förger. Als Folge dieses Trends gingen beispielsweise die Einschaltquoten von Wissenschaftssendungen rapide zurück. Negative Weltsichten würden durch den Journalismus gefördert; gefragt seien in zunehmendem Maße Skandalgeschichten. Hierdurch bedingte Zweifel an den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft hätten auch negative Auswirkungen auf das Image der Ärzte, so der Referent.
Was also macht ein Mediziner, der in dieser Eigenschaft Nachrichten publizieren will? Interessant sei stets "das, was unterschiedlich zum Alltäglichen ist", lautet eine journalistische Binsenweisheit. Wichtig sei es, mit den Journalisten zu sprechen, Kontakte anzubahnen und ein Manuskript frühzeitig, also drei bis vier Wochen (im Fall der Publikumspresse, bei Fachzeitschriften gelten oft längere Fristen) vor dem beabsichtigten Erscheinungsdatum an die Redaktion zu senden. "Es empfiehlt sich, den Journalisten kurz vor dem geplanten Termin noch einmal anzurufen", betonte der Pressemann. Fremdwörter, "Behördendeutsch" und "Bandwurmsätze" seien im Journalismus verpönt. Die medizinische Öffentlichkeitsarbeit müsse viel mehr fachliche Sachverhalte allgemeinverständlich übersetzen. Damit könne der Wissenschaftler "sowohl die 70jährige Oma als auch das 10jährige Kind als Zielgruppe im Auge behalten", meinte Förger. Birgit Lammersmann
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