MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Diagnose: Splenose

Diagnosis: splenosis

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(47): 792; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0792

Erxleben, Christoph; Elgeti, Thomas; Scherer, Roland

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a) Magnetresonanztomografie (MRT) des kleines Beckens in Sagittalebene: X, Rektumkarzinom; Pfeil, Lymphknotenmetastase; b) Maximumintensitätsprojektion der Milz-Szintigrafie in Koronarebene: zahlreiche abdominale „Hotspots“ mit physiologischer Darstellung der Leber (*); In der Bildfusion (nicht dargestellt) der Einzelschichten aus SPECT und MRT stellen sich die abdominalen Milzherde als Hotspots dar.
a) Magnetresonanztomografie (MRT) des kleines Beckens in Sagittalebene: X, Rektumkarzinom; Pfeil, Lymphknotenmetastase; b) Maximumintensitätsprojektion der Milz-Szintigrafie in Koronarebene: zahlreiche abdominale „Hotspots“ mit physiologischer Darstellung der Leber (*); In der Bildfusion (nicht dargestellt) der Einzelschichten aus SPECT und MRT stellen sich die abdominalen Milzherde als Hotspots dar.
Abbildung
a) Magnetresonanztomografie (MRT) des kleines Beckens in Sagittalebene: X, Rektumkarzinom; Pfeil, Lymphknotenmetastase; b) Maximumintensitätsprojektion der Milz-Szintigrafie in Koronarebene: zahlreiche abdominale „Hotspots“ mit physiologischer Darstellung der Leber (*); In der Bildfusion (nicht dargestellt) der Einzelschichten aus SPECT und MRT stellen sich die abdominalen Milzherde als Hotspots dar.

Bei einem 43-jährigen Patienten mit der Erstdiagnose eines in der Endoskopie bioptisch gesicherten Rektumkarzinoms (nach MRT-Kriterien T3c) mit Lymphknotenmetastasen (Abbildung a) zeigten sich in der Ausbreitungsdiagnostik (Computertomografie von Thorax und Abdomen sowie Magnetresonanztomografie des kleinen Beckens) zahlreiche weitere, im gesamten Abdomen verteilte knotige Herdbefunde. Anamnestisch gab der Patient an, vor 27 Jahren ein Bauchtrauma mit Milzruptur und Splenektomie erlitten zu haben. Zur differenzialdiagnostischen Unterscheidung einer möglichen Peritonealkarzinose von einer Splenose wurde mit Tc99m-markierten hitzealterierten Erythrozyten eine Milzszintigrafie durchgeführt (Abbildung b). Die hitzealterierten markierten Erythrozyten reichern sich im Rahmen der Erythrozytenmauserung in Milz- und Lebergewebe an. Die Verdachtsdiagnose einer sekundären Splenose konnte in der Szintigrafie bestätigt werden. Die Häufigkeit einer intraabdominalen Autotransplantation von Milzgewebe nach Milzruptur und posttraumatischer Splenektomie wird in der Literatur mit 65–80 % angegeben. Nach neoadjuvanter Radiochemotherapie und einem Re-Staging war bei dem Patienten eine chirurgische Therapie des Rektumkarzinoms geplant.

Dr. med. Christoph Erxleben, Klinik und Hochschulambulanz für Radiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin-Franklin, christoph.erxleben@charite.de

Dr. med. Roland Scherer, Zentrum für Darm- und Beckenbodenchirurgie, Krankenhaus Waldfriede, Berlin

PD Dr. med. Thomas Elgeti, Klinik und Hochschulambulanz für Radiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin-Franklin, Klinik für Nuklearmedizin,
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Erxleben C, Scherer R, Elgeti T: Diagnosis: splenosis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 792. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0792

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

a) Magnetresonanztomografie (MRT) des kleines Beckens in Sagittalebene: X, Rektumkarzinom; Pfeil, Lymphknotenmetastase; b) Maximumintensitätsprojektion der Milz-Szintigrafie in Koronarebene: zahlreiche abdominale „Hotspots“ mit physiologischer Darstellung der Leber (*); In der Bildfusion (nicht dargestellt) der Einzelschichten aus SPECT und MRT stellen sich die abdominalen Milzherde als Hotspots dar.
a) Magnetresonanztomografie (MRT) des kleines Beckens in Sagittalebene: X, Rektumkarzinom; Pfeil, Lymphknotenmetastase; b) Maximumintensitätsprojektion der Milz-Szintigrafie in Koronarebene: zahlreiche abdominale „Hotspots“ mit physiologischer Darstellung der Leber (*); In der Bildfusion (nicht dargestellt) der Einzelschichten aus SPECT und MRT stellen sich die abdominalen Milzherde als Hotspots dar.
Abbildung
a) Magnetresonanztomografie (MRT) des kleines Beckens in Sagittalebene: X, Rektumkarzinom; Pfeil, Lymphknotenmetastase; b) Maximumintensitätsprojektion der Milz-Szintigrafie in Koronarebene: zahlreiche abdominale „Hotspots“ mit physiologischer Darstellung der Leber (*); In der Bildfusion (nicht dargestellt) der Einzelschichten aus SPECT und MRT stellen sich die abdominalen Milzherde als Hotspots dar.

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