ArchivDeutsches Ärzteblatt49/1999Ärzte ohne Grenzen: MFS politisch und wirtschaftlich nicht unabhängig

SPEKTRUM: Leserbriefe

Ärzte ohne Grenzen: MFS politisch und wirtschaftlich nicht unabhängig

Dtsch Arztebl 1999; 96(49): A-3136 / B-2644 / C-2348

Rupprecht, Markus

Zu dem Beitrag "Wir sind Augenzeugen" von Heike Korzilius in Heft 42/1999:
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LNSLNS Größtmögliche Unterstützung ist für die Kampagne von "Ärzte ohne Grenzen" (MSF - Médecins sans Frontières) zur Versorgung mit und Verfügbarkeit von Arzneimitteln in sogenannten Entwicklungsländern zu fordern. Ebenso uneingeschränkt kann man die Freude über den Friedensnobelpreis 1999 mit MSF teilen.
Daß jedoch MSF, wie übrigens alle Nichtregierungsorganisationen, weder politisch noch wirtschaftlich unabhängig arbeitet, zeigt zum einen die Tatsache, die H. Korzilius erwähnt, daß nämlich 46 Prozent der Mittel von internationalen Organisationen oder Regierungen stammen, zum anderen das folgende Beispiel: Seit Juni 1999 hat MSF die Beziehungen zur griechischen Sektion von MSF eingefroren, im September 1999 wurde dann die endgültige Entscheidung zum Ausschluß getroffen. Die griechische Sektion hatte es gewagt, die Grundsätze der Hilfsorganisation für bare Münze zu nehmen, und, nachdem sie bereits in Albanien und Mazedonien eine Mission unternommen hatten, eine solche während des NATO-Krieges gegen Jugoslawien auch in Serbien und im Kosovo zu unternehmen, um dort dringend benötigte Medikamente zu verteilen.
Alle übrigen MSF-Sektionen haben bezüglich des NATO-Krieges gegen Jugoslawien die Positionen ihrer Regierungen eingenommen, sich also politisch abhängig gezeigt. Dies stützt meine These: Die NATO würde nie einen Angriffskrieg gegen souveräne Staaten führen, wüßte sie nicht im Hintergrund ein Heer von Hilfsorganisationen, die personell, finanziell und ideell die "Kollateralschäden" zu lindern versuchen.
Markus Rupprecht, Berolfweg 7, 69123 Heidelberg
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