ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenOnkologie 2/2018Klinische Krebsregister: Aufbau deutlich in Verzug

Supplement: Perspektiven der Onkologie

Klinische Krebsregister: Aufbau deutlich in Verzug

Dtsch Arztebl 2018; 115(47): [32]

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der flächendeckende Aufbau der klinischen Krebsregister in den Bundesländern verzögert sich. „Obwohl im Vergleich zu 2016 deutliche Fortschritte zu erkennen sind, werden bis Ende dieses Jahres voraussichtlich nur 5 der insgesamt 18 Register voll arbeitsfähig sein“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Doris Pfeiffer. Diese 5 Register sind jene für Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.

Ursache für die Verzögerungen bei den übrigen Registern sind zum Teil technische Schwierigkeiten, wie aus einem aktuellen Gutachten des Beratungsunternehmens Prognos für den Kassenverband hervorgeht. Es fehlt demnach teilweise aber auch an Personal, um Daten zu Neuerkrankungen zu erfassen. Pfeiffer wies darauf hin, dass in einigen Ländern die gesetzlichen Voraussetzungen für die Krebsregister erst spät geschaffen worden seien.

Der GKV-Spitzenverband äußerte sich trotzdem positiv zur Krebserfassung und -berichterstattung in Deutschland. „Auch wenn das eigentliche Ziel – arbeitsfähige Register in allen Bundesländern – leider noch fern ist, stimmt jetzt die Richtung“, sagte Pfeiffer. Die Register müssten die Lücken für den Routinebetrieb nun „engagiert, schnell und konsequent“ schließen. Die gesetzlichen Krankenkassen fördern den Betrieb der klinischen Krebsregister seit 2014, indem sie für jede registrierte Neuerkrankung eine Pauschale von 119 Euro zahlen.

Anzeige

Mit Blick auf den im Gutachten aufgezeigten Sachstand stellte Pfeiffer klar: „Die vom Kabinett geplante Ausweitung der Nachbesserungsfrist bis Ende 2019 ist angesichts der Fakten notwendig und richtig, darf aber nicht dazu führen, dass die Register ihre Aktivitäten zurückfahren. Es gibt nach wie vor viel zu tun, bis arbeitsfähige klinische Krebsregister die Versorgung von Krebskranken tatsächlich spürbar qualitativ verbessern können“, so Pfeiffer.

Bereits Ende 2017 ist eine vom Gesetzgeber vorgesehene 4-jährige Aufbauphase für die klinischen Krebsregister abgelaufen. Der Gesetzgeber hatte den Registern aber eine Nachbesserungsfrist bis zum 31. Dezember 2018 eingeräumt. Arne Hillienhof

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema