ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2018Praktisches Jahr: Plädoyer für einheitliche Aufwandsentschädigung

AKTUELL

Praktisches Jahr: Plädoyer für einheitliche Aufwandsentschädigung

Dtsch Arztebl 2018; 115(47): A-2150

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Für Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ) sollte es eine landesweit einheitliche Aufwandsentschädigung in Höhe des BAföG-Höchstsatzes geben. Das hat die Kammerversammlung der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer gefordert. In Zeiten des in Sachsen zunehmenden Ärztebedarfs brauche es „gerechte Bedingungen in der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses“, hieß es. „Während des Praktischen Jahres arbeiten Studierende in Vollzeit stationär oder ambulant“, sagte Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer. Es dürfe nicht sein, dass ein Großteil der Kliniken in Sachsen den Studierenden keine oder nur eine geringe Aufwandsentschädigung bezahle. Hintergrund ist eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Claudia Maicher vom April 2018. Diese hatte ergeben, dass kein Lehrkrankenhaus in Sachsen eine Entschädigung in Höhe des derzeit auf 735 Euro pro Monat festgesetzten BAföG-Höchstsatzes bezahlt. Ebenso wenig erhalten Studierende, die ein Tertial ambulant beim Allgemeinarzt absolvieren und von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen gefördert werden, demnach eine Aufwandsentschädigung in dieser Höhe. Die Ärztekammer wies darauf hin, dass sich die finanzielle Situation der Studierenden zum Ende des Studiums verschlechtere, weil Leistungen wie BAföG wegfielen und sich die Studierenden selbst krankenversichern müssten. Das führe einer Umfrage der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland zufolge dazu, dass 60 Prozent der Studierenden neben dem PJ arbeiten müssten. Dies sei nur nachts und am Wochenende möglich, sodass sich Ruhezeiten verkürzten. Aufgrund der Mehrfachbelastung sei auch eine Gefährdung der Patienten zu befürchten. Studierende suchten zudem ihren PJ-Platz nach der Höhe der Aufwandsentschädigung aus. Die Kammer will beim Wissenschaftsministerium auf eine Umsetzung der Forderung drängen. EB

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema