ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2018Woran Karrieren von Frauen scheitern – und woran nicht

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Woran Karrieren von Frauen scheitern – und woran nicht

Dtsch Arztebl 2018; 115(47): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: pathdoc/stock.adobe.com
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Ob Frauen am Arbeitsplatz erfolgreich sind, hängt nicht unbedingt davon ab, wie selbstbewusst sie auftreten. Ob sie Einfluss und Macht erhalten, scheint vielmehr damit zusammenzuhängen, wie warmherzig und fürsorglich sie von Vorgesetzten und Kollegen angesehen werden. Zu diesem Schluss kommt Prof. Laura Guillén von der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin.

Zuammen mit Margarita May von der IE Business School in Madrid und Natalia Karelaia von der privaten Wirtschaftshochschule Insead in Fontainebleau untersuchte Guillén, wie sich leistungsstarke Mitarbeitende in einem von Männern dominierten Software-Entwicklungs-Unternehmen mit weltweit mehr als 4 000 Mitarbeitenden selbst bewerten und wie sie von ihren Vorgesetzten und Kollegen beurteilt werden. An der Studie nahmen 352 Mitarbeitende sowie 256 Vorgesetzte und Kollegen teil. Vollständige Datensätze erhielten die Forscherinnen für 236 Mitarbeitende.

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Ergebnis: In der Art und Weise, wie sich die Mitarbeitenden selbst bewerteten, unterschieden sich Frauen und Männer nicht. Eine starke Geschlechterdisparität zeigte sich demgegenüber in der Art und Weise, wie sie von anderen eingeschätzt wurden. Während Männer, die als selbstbewusst galten, im Unternehmen eher vorankamen, war dies bei Frauen nicht der Fall. Sie wurden stattdessen nach ihrer Warmherzigkeit beurteilt oder wie fürsorglich sie schienen.

„Um voranzukommen, müssen sich Frauen um andere kümmern, während sich ihre männlichen Kollegen auf ihre eigenen Ziele konzentrieren“, sagte Guillén. „Obwohl diese soziale Qualität in keiner Stellenbeschreibung aufgeführt ist, scheint sie der zentrale Leistungsindikator zu sein, gegen den erfolgreiche Frauen Zugang, Macht und Einfluss erhalten.“ Um dem entgegenzuwirken, forderte Guillén, sollten Personalabteilungen sicherstellen, dass Frauen und Männer im Einstellungsprozess und bei Beförderungen nach den gleichen Kriterien bewertet werden. Die Studie ist erschienen in der Zeitschrift Human Resource Management (doi: 10.1002/hrm.21857). sg

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