ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2018QM-Ratgeber: Prävention postoperativer Wundinfektionen

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QM-Ratgeber: Prävention postoperativer Wundinfektionen

Dtsch Arztebl 2018; 115(47): A-2196 / B-1812 / C-1790

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Bei rund jeder vierten nosokomialen Infektion im Akutkrankenhaus handelt es sich um eine postoperative Wundinfektion (Surgical Site Infection, SSI). Das Spektrum reicht hierbei von oberflächlichen über tiefe Wundinfektionen bis hin zu Infektionen von Organen und Körperhöhlen im Operationsgebiet. Verschiedene (Risiko-)Faktoren beeinflussen das Entstehen von SSI. Hierzu zählen Vorerkrankungen des Patienten, bestehende Infektionen, Rauchen, operationsspezifische Risikofaktoren, wie Art und Dauer der Operation, eine nicht sachgerechte postoperative Wundversorgung oder Art und Verweildauer von Drainagen.

Hygiene- und Infektionsschutz sind zur Prävention postoperativer Wundinfektionen essenziell, das Spektrum der erforderlichen Maßnahmen und Verpflichtungen vielfältig: korrekt durchgeführte Händehygiene, Einsatz von Handschuhen, die sach- und fachgerecht durchgeführte präoperative Antiseptik des Operationsfeldes sowie indizierte Antibiotika-Prophylaxe bzw. -Initialtherapie bei postoperativer Wundinfektion, die Risikoeinstufung und Aufbereitung von Medizinprodukten, Überwachungspflichten, Meldepflichten, adäquate Mitarbeiterqualifikation mit Fortbildungs- und Weiterbildungspflichten und vieles mehr. Um einen effektiven Infektionsschutz sicherzustellen, sind auf die individuelle Praxissituation und das Leistungsspektrum bezogene Regelungen in einem Hygieneplan schriftlich zu dokumentieren. Geltende Gesetze und Vorschriften (Infektionsschutzgesetz, Arzneimittelgesetz, Medizinproduktegesetz, Medizinprodukte-Betreiberverordnung, Biostoffverordnung, Gefahrstoffverordnung, Trinkwasserverordnung, landesspezifische Hygieneverordnungen, Richtlinien und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts etc.) müssen in der Praxis bekannt und abrufbar sein sowie sicher umgesetzt werden.

Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben wird im Rahmen von Begehungen durch Behörden überprüft. In diesem Jahr ist darüber hinaus eine jährliche Einrichtungsbefragung ausgewählter Fachgruppen zum Hygiene- und Infektionsmanagement in Krankenhäusern und Praxen (sektorenübergreifendes QS-Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“) gestartet.

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Arztpraxen und MVZ können Hygiene und Infektionsschutz zum Beispiel. mit einem Erhebungsbogen des „Kompetenzzentrums Hygiene und Medizinprodukte der KVen und der KBV“ überprüfen. Das KBV-Online-Tool „Mein PraxisCheck“ Prävention Wundinfektionen bietet einen schnellen Überblick und Tipps. Die KBV-Themenseite Hygiene bietet eine Vielzahl von Informationen und Musterdokumente, beispielsweise für einen Hygieneplan. Motivieren Sie sich gegenseitig zur gewissenhaften Umsetzung Ihrer schriftlich vereinbarten Vorgehensweisen, zum Beispiel zur Händehygiene, Wundbehandlung inklusive Verbandswechsel oder auch zu perioperativer Antibiotikagabe. Greifen Sie diese Aspekte unabhängig von jährlichen Unterweisungen in regelmäßigen Abständen in Ihren Teambesprechungen auf. Führen Sie anlassbezogene Überprüfungen der Compliance mit Hygieneplänen, Arbeitsanweisungen und leitlinienbasierten Empfehlungen/internen Leitlinien oder Standards im Themenfeld durch. KBV

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