ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2018Krankschreibungen: Erst mal abgelehnt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die gesundheitspolitische Relevanz der Zunahme der Verrentungen durch psychische Krankheit ist unverkennbar. In dem Artikel hat mich allerdings als niedergelassener Facharzt, der sehr viel mit diesem Thema zu tun hat, sehr gewundert, dass die leitende Ärztin der Deutschen Rentenversicherung, Frau Kollegin Weinbrenner, die psychosomatischen Rehaverfahren anmahnt. Nach meinen Erfahrungen wird die Hälfte der gestellten Anträge bei psychosomatischen Rehaverfahren zunächst einmal abgelehnt. Es wird immer darauf hingewiesen, dass zunächst die vor Ort notwendigen Maßnahmen ausgeschöpft sein müssen. Dies sind in vielen Fällen die psychotherapeutischen Maßnahmen (Wartezeiten bis zu einem halben Jahr bei psychotherapeutisch tätigen Kollegen) und die Ergotherapie. Bei Letzterer sind die niedergelassenen Psychiater mit einem Budget für Berufstätige für 5,55 Euro nicht in der Lage eine ausreichende ambulante Therapie zu initiieren. Die Erfahrung zeigt, dass man dann regelmäßig von den Prüfgremien einen Prüfbescheid bekommt.

Nach Kenntnis dieses Artikels werde ich erneut versuchen, meinen Patienten die entsprechende ambulante und dann auch stationäre Therapie im Rahmen eines psychosomatischen Heilverfahrens zukommen zu lassen, werde gerne dann auch nochmals darüber berichten, wie häufig diese Verfahren abgelehnt werden.

Dr. med. Bernhard Bühler, 68159 Mannheim

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige