ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2018Pflege: Deckelung des Eigenanteils vorgeschlagen

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Pflege: Deckelung des Eigenanteils vorgeschlagen

Dtsch Arztebl 2018; 115(47): A-2152 / B-1780 / C-1758

Krüger-Brand, Heike E.

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Pflegebedürftige sollen laut der DAK Gesundheit einen festen Sockel bezahlen. Den Rest soll die Pflegeversicherung tragen. Foto: picture alliance
Pflegebedürftige sollen laut der DAK Gesundheit einen festen Sockel bezahlen. Den Rest soll die Pflegeversicherung tragen. Foto: picture alliance

In der Pflege gibt es in Deutschland teilweise extreme regionale Unterschiede bei Qualität und Angeboten in der Versorgung sowie bei den Kosten. Das macht der neue DAK-Pflegereport deutlich. Weil zudem die Eigenbeteiligung an den Pflegekosten steigt und in der Folge immer mehr Pflegebedürftige in die Sozialhilfe abrutschen, forderte die DAK-Gesundheit jetzt eine Reform der Pflegefinanzierung. Pflegebedürftige bezahlten in manchen Bundesländern doppelt so viel wie in anderen, kritisierte Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, beim Pflegetag der Krankenkasse in Berlin. Immer mehr Menschen seien auf ergänzende Fürsorgeleistungen angewiesen. „Das widerspricht fundamental dem Anspruch der Pflegeversicherung, dadurch verliert die Sozialversicherung ihre Legitimation.“ Storm plädierte vor diesem Hintergrund für eine Deckelung der Eigenanteile für Pflegeleistungen. Danach gäbe es einen nach Pflegegraden gestaffelten einheitlichen Betrag, den die Pflegebedürftigen oder die Angehörigen zahlen. Alles, was diesen übersteigt, trägt die Pflegeversicherung (Spitze-Sockel-Tausch). Derzeit ist es umgekehrt: Die Pflegeversicherung übernimmt einen festen Betrag und alle weiteren Kosten tragen die Betroffenen. Die damit verbundene finanzielle Mehrbelastung der Pflegeversicherung ließe sich dem Kassenchef zufolge über einen Bundeszuschuss aus Steuermitteln finanzieren. Die Umstellung könnte laut Storm ab 2020 in kleinen Schritten erfolgen und nach fünf Jahren bei zehn Prozent der Leistungsausgaben der Pflegeversicherung liegen – das wären 3,5 Milliarden Euro. Nach der Pflegereport-Studie halten neun von zehn Befragten Pflegeheime für teuer, sieben von zehn meinen, dass sich viele Familien Pflegedienste und Heime nicht leisten können. 68 Prozent der Bevölkerung würden sich eine höhere Absicherung der Pflegekosten durch die Pflegeversicherung wünschen. KBr

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