ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2018Terminservice: Belastungen werden größer
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Danke für den guten Beitrag. Ich teile Ihre Ansicht über die Ursachen des Ärztemangels und ich schreibe diesen Brief aus Ludwigsburg, einer Stadt mit über 90 000 Einwohnern, wo jetzt in meiner Umgebung im November der dritte Hausarzt ohne Nachfolger die Praxis schließt. Der Ärztemangel ist also längst schon in den Städten angekommen.

Versicherungs- und Kassenanfragen, Krankenkassenangestellte, die in die Praxen kommen und einem wirtschaftliche Verordnungsweisen beibringen wollen, DMP-Programme, auch die vielgelobten Hausarzt-Programme der AOK – das alles sind schon vorhandene Hemmnisse, die neben den jetzt geplanten erweiterten Sprechstundenzeiten und den schlechten wirtschaftlichen Aussichten die jungen Kolleginnen und Kollegen aus den Kliniken, die ja schon durch den ökonomischen Druck der Fallpauschalen in ihrem hippokratisch geprägtem Berufsbild geschädigt sind, davon abhalten, sich nieder- zulassen.

Erst wenn man die jungen Kolleginnen und Kollegen wieder frei arbeiten lässt und Ihnen eine deutlich bessere Einkommenssituation bietet, die höher sein muss als die eines Oberarztes am Krankenhaus, und über dem Niveau niedergelassener Fachärzte liegen muss, wird man einen Anreiz für fertige Klinikärztinnen und -ärzte schaffen, sich als Hausarzt niederzulassen.

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Zudem muss man sich vor Augen halten, dass die Belastungen für die älteren Praxisinhaber durch die Schließungen ohne Ersatz immer größer wird .... Durch die Zunahme der Belastung wird sich aber der Prozess insgesamt noch beschleunigen.

Und erlauben Sie mir bitte zum Schluss noch ein persönliches Statement: Können Sie sich vorstellen wie schwer es einem älteren Arzt fällt, Patienten abzuweisen, die auf der Suche nach einem neuen Hausarzt sind?

Dr. med. Hans-Joachim Nagel, 71640 Ludwigsburg

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