ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2018Medizingeschichte: Datenbank zum Schicksal jüdischer Kinderärzte

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Medizingeschichte: Datenbank zum Schicksal jüdischer Kinderärzte

Dtsch Arztebl 2018; 115(48): A-2251

Kahl, Kristin

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Eine neue Datenbank zu den Lebenswegen von knapp 800 deutsch-jüdischen Kinderärztinnen und Kinderärzten in den Jahren der NS-Herrschaft stellt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zur Verfügung. Zugrunde liegt der Datenbank die Publikation „Jüdische Kinderärzte 1933–1945. Entrechtet – geflohen – ermordet“ von Prof. Dr. med. Eduard Seidler. Darin bereitete er mehr als 750 Einzelbiografien auf und thematisierte zudem die Mitschuld der Fachgesellschaft, die auf Geheiß der Nazis ihre Mitglieder ausschloss.

Auf der Webseite der DGKJ werden nun die biografischen Recherchen des Freiburger Medizinhistorikers angeboten, mit Literatur- und Quellenverweisen hinterlegt und kontinuierlich um neue Hinweise ergänzt. „Die Lebensdaten Hunderter Kinderärztinnen und Kinderärzte in Deutschland zwischen 1933 und 1945 wurden recherchiert aus Korrespondenzen, Amtseinträgen und Verzeichnissen. Erinnerungen von Zeitzeugen und Zitate aus Schriftwechseln ergänzen die biografischen Daten und lassen das tragische Schicksal des Einzelnen aufscheinen“, beschreibt Prof. Dr. med. Thomas Beddies von der Historischen Kommission der DGKJ das Projekt.

Neben den Namen lässt sich die Datenbank auch nach Stadt und Region, Geschlecht sowie dem Schicksal der Betroffenen durchsuchen. So soll sie nicht nur Recherchezwecken dienen, sondern auch an die Entrechtung, Vertreibung und Ermordung jüdischer Ärztinnen und Ärzte zwischen 1933 und 1945 erinnern. Mehr als die Hälfte der Kinderärzte in Deutschland wurde während der Zeit des Nationalsozialismus aus politischen und „rassischen“ Gründen vertrieben, deportiert oder ermordet. kk

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