ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2018Malignes Melanom: Prognostische Faktoren für Patienten mit BRAF-mutiertem Melanom identifiziert

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Malignes Melanom: Prognostische Faktoren für Patienten mit BRAF-mutiertem Melanom identifiziert

Dtsch Arztebl 2018; 115(49): A-2298 / B-1882 / C-1856

Heinzl, Susanne

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Foto: picture alliance
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Prognostische Faktoren für das Überleben von Patienten mit metastasiertem Melanom sind zurzeit Krankheitsstatus, Lactatdehydrogenase-(LDH-)Spiegel und Eastern Cooperative Oncology Group Performance Status (ECOG PS). Diese Faktoren sind jedoch vor der Einführung von MEK- und BRAF-Inhibitoren in die Therapie des Melanoms erhoben und nun für Patienten mit BRAFV600-mutiertem Melanom ergänzt worden.

In einer retrospektiven, exploratorischen Analyse mit rekursiver Partitionierung (RPA) wurden anhand der gepoolten Daten aus den Studien BRIM-2, -3, -7 und der Studie coBrim Modelle zur Assoziation zwischen vordefinierten Variablen und dem progressionsfreien sowie dem Gesamtüberleben (PFS und OS) entwickelt. In der RPA wurden die Daten von 1 365 Patienten berücksichtigt, 75,6 % älter als 65 Jahre. 310 Patienten waren mit Cobimetinib plus Vemurafenib, 712 mit Vemurafenib allein und 338 mit Dacarbazin behandelt und im Median 14,1 Monate beobachtet worden.

Das mediane PFS war mit 11,1 Monaten am längsten bei niedrigem LDH-Ausgangswert (≤ 2 x ULN), einem ECOG PS von 0 und einem kleinen Summenwert der längsten Durchmesser der Zielläsion (SLD ≤ 44 mm), während es bei erhöhtem LDH-Ausgangswert nur 3,5 Monate betrug. Auch für das OS waren diese 3 Parameter von signifikant prognostischem Wert. Das mediane OS war bei normalem LDH-Ausgangswert und geringer SLD (≤ 45 mm) mit 27,2 Monaten am längsten und mit 6,0 Monaten bei erhöhtem LDH-Basiswert (> 2 × ULN) am kürzesten. Bei Patienten, die einen normalen LDH-Ausgangswert und eine SLD ≤ 45 mm aufwiesen, betrug die 3-Jahres-Überlebensrate 53,3 % bei Therapie mit Cobimetinib plus Vemurafenib, 35,6 % in der Vemurafenib-Gruppe und 35,6 % unter Dacarbazin. Cobimetinib plus Vemurafenib führten in allen Subgruppen zu Überlebensvorteilen im Vergleich zur Vemurafenib-Monotherapie. Diese Ergebnisse bestätigen ähnliche Befunde anderer Analysen.

Fazit: LDH-Basiswerte, Performance-Status, Krankheitslast und Gensignatur sind bei Patienten mit BRAF-mutiertem Melanom mit dem Überleben assoziiert. Die Ergebnisse können den Vergleich verschiedener Studien und Regime ermöglichen und die Entscheidungsfindung beim einzelnen Patienten erleichtern. Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Hauschild A, et al.: Modeled prognostic subgroups for survival and treatment outcomes in BRAF V600–mutated metastatic melanoma pooled analysis of 4 randomized clinical trials. JAMA Oncol. 2018; 4: 1382–88.

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