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Dtsch Arztebl 2018; 115(49): A-2300

EB; awa; her; SM; SH

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Dosisreduzierung bei Colchicum-Dispert® und Colchysat® Bürger – Colchicum-Dispert® und Colchysat® Bürger (Johannes Bürger Ysatfabrik) sind zugelassen zur Behandlung des akuten Gichtanfalls. Durch die enge therapeutische Breite des Wirkstoffs Colchicin sind Überdosierungen mit teilweise tödlichem Ausgang möglich. Daher wurden die Dosierungsempfehlungen geändert: Am 1. Tag wird eine Tagesdosis von 2 mg, am 2. und 3. Tag von 2- bis 3-mal 0,5 mg und am 4. Tag von gegebenenfalls 2-mal 0,5 mg als ausreichend erachtet (Höchstdosis pro Gichtanfall: 6 mg). EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 67 – 2018

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Chronische Hepatitis C: Therapielücke geschlossen – Heutzutage seien bei chronischer Hepatitis C Heilungsraten von 95–100 % möglich, konstatierte Prof. Dr. med. Thomas Berg, Leipzig. Patienten mit einer kompensierten Lebererkrankung würden mit einfach einzunehmenden Therapieregimen in der Regel nach 8–12 Wochen Therapiedauer geheilt werden, das heißt, eine anhaltende virologische Suppression erreichen (SVR12).

Nach den Erfahrungen von Berg kommt es bei etwa 1–2 % der mit DAA („direct acting antivirals“) behandelten Patienten zu einem Rückfall mit entsprechenden Resistenzen. Die bisherige Strategie bei DAA-Resistenz sei ein Sofosbuvir-basiertes Therapieregime mit einem zweiten nichtkreuzresistenten DAA mit oder ohne Ribavirin über 24 Wochen gewesen. Mittlerweile ist die pangenotypische Triple-Therapie Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir (Vosevi®, Gilead) neuer Standard für erfolglos DAA-vorbehandelte Patienten und laut Berg die erste zugelassenen Rescue-Therapie – sie sollte auch als Reservetherapie verstanden werden.

Eine Retherapie mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir erzielte bei DAA-vorbehandelten (inklusive NS5A-Inhibitoren) Patienten mit und ohne kompensierter Zirrhose und Genotyp 1–6 hohe Heilungsraten: In den Phase-III-Studien POLARIS-1 und POLARIS-4 erreichten 97 % der Patienten eine SVR12. awa

„HepaTalk: Von Blankenese bis nach Burkina Faso – gemeinsam für eine Welt ohne Hepatitis C“, DGVS-Kongress. Veranstalter: Gilead

Frühzeitiger Einsatz von Ocrelizumab bei MS – Ist die schubförmige Multiple Sklerose (MS) unter einer Therapie mit Interferon beta-1a s.c. weiterhin aktiv, profitieren Patienten langfristig von der frühzeitigen Umstellung auf Ocrelizumab (Ocrevus®; Roche). Dies zeigen Daten der OPERA-Studien und ihrer offenen Verlängerungsstudien mit einer Behandlungsdauer von bis zu 240 Wochen. Wie PD Dr. med. Björn Tackenberg, Marburg, in Berlin berichtete, ging ein früher Behandlungsbeginn mit dem Anti-CD20-Antikörper mit einem langfristig verminderten Risiko der Behinderungsprogression einher.

Bestätigt wird der Nutzen der frühen Umstellung durch eine Interimsanalyse der CHORDS-Studie, in der die meisten Patienten von Dimethylfumarat oder Glatirameracetat auf Ocrelizumab umgestellt wurden. In den 48 Wochen nach dem Wechsel waren 60 % der Patienten frei von messbarer Krankheitsaktivität. Wie Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Sven Meuth, Münster, anhand der Daten der ORATORIO-Studie erläuterte, profitieren auch Patienten mit primär progredienter MS nachhaltig von einer frühen Therapie mit Ocrelizumab. her

„5-Jahres-Daten zu OCREVUS: Frühe Therapie heißt Fortschreiten der Multiplen Sklerose schnell und anhaltend verringern“, ECTRIMS-Kongress. Veranstalter: Roche

CLL: Ibrutinib hat festen Platz im Therapiealgorithmus – Die Chemoimmuntherapie ist derzeit noch der Standard für die Erstlinienbehandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL), sagte Prof. Dr. med. Clemens-Martin Wendtner, München, in Wien. Das verwendete Regime (z. B. FCR, BR, Clb-Obi) werde dabei entsprechend der Fitness des Patienten eingesetzt. Der BTK-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®, Janssen Cilag) sei dagegen der Erstlinienstandard für Hochrisikopatienten (17p-, TP53mut).

Laut Zulassung könne Ibrutinib in der Erstlinie unabhängig von Alter, Fitness und zytogenetischem Risikoprofil der Patienten eingesetzt werden. Laut Wendtner solle insbesondere bei älteren Patienten mit unmutiertem IGHV-Status die Behandlung mit Ibrutinib erwogen werden. Auch im Rezidiv ist Ibrutinib neben Idelalisib (plus Rituximab) laut Wendtner hoch effektiv. Beide Optionen werden in aktuellen Leitlinien empfohlen und können und sollen unter Beachtung des jeweiligen Nebenwirkungsprofils eingesetzt werden. sm

„CLL und MCL – was haben wir erreicht?“; DGHO-Kongress in Wien, Veranstalter Janssen-Cilag

Lipohypertrophien bei Diabetikern vermeiden – Lipohypertrophien sind eine häufige Komplikation an der Injektionsstelle von insulinpflichtigen Diabetikern. Werde Insulin in eine ausgeprägte Lipohypertrophie injiziert, könne es zu Wirkunterschieden sowohl im Hinblick auf die Maximalwirkung als auch auf die Wirkdauer des Insulins kommen, warnte Dr. Mathias Kaltheuner, Leverkusen. Dies führe zu einer Verschlechterung der Glukosekontrolle mit erhöhten postprandialen Glukosewerten.

Kaltheuner rät Patienten daher zu einer quartalsmäßigen Routineuntersuchung, konsequentem Spritzstellenwechsel sowie zu kurzen und dünnen Nadeln, die nur einmal benutzt werden dürfen. Außerdem entfalle durch die Verwendung eines hochkonzentrierten Mahlzeiteninsulins wie Liprolog® 200 Einheiten/ml KwikPen+ (Berlin-Chemie) in der Regel eine Aufteilung der Dosis auf 2 Injektionen. Da das Auftreten von Lipohypertrophien mit der Zahl der Injektionen korreliere, könne diese Maßnahme helfen. sh

„Hautveränderung bei Diabetes – nur ein kosmetisches Problem?“. Veranstalter: Berlin-Chemie

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