ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2018Öko­nomi­sierung: Historisch folgerichtig
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Die Pathogenese der Öko­nomi­sierung der Medizin zu ergründen heißt doch die Öko­nomi­sierung der Medizin als etwas Pathologisches zu betrachten. Bedauerlicherweise bleibt uns der Autor schuldig, Erhellendes zur Pathologie der Öko­nomi­sierung zu sagen. ...

Was nun die Öko­nomi­sierung betrifft, so wird seit gut 200 Jahren der Primat der Ökonomie für das gesellschaftliche Leben reklamiert. Marx und Engels haben den Warencharakter aller menschlichen Verhältnisse herausgearbeitet und damit den wahren Charakter der „antagonistischen Gesellschaft“ (Adorno, Th. W.).

Dass nun auch im Krankenversorgungs-system nach 50-jähriger Diskussion endlich (oder wieder) primär ökonomisch gehandelt werden muss – sich nach der Decke gestreckt werden muss – ist historisch nur folgerichtig. Denn die Lohnnebenkosten, von denen das sogenannte Gesundheitssystem nun mal lebt, lassen sich nicht beliebig vermehren. Darüber wachen schon die Interessengegensätze der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, auch wenn das vielgescholtene „Anspruchsdenken der Patienten“ und die Ambitionen der Gesundheitsfallensteller sich davon nicht beindrucken lassen.

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Erwin Feierabend, Psychiater, 69115 Heidelberg

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