ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2018Ausschließliche Fernbehandlung: Baden-Württemberg bleibt bei Modellprojekten

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Ausschließliche Fernbehandlung: Baden-Württemberg bleibt bei Modellprojekten

Dtsch Arztebl 2018; 115(49): A-2268

Maybaum, Thorsten

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Ärzte in Baden-Württemberg können in Zukunft weiterhin nur unter strengen Auflagen die ausschließliche Fernbehandlung anwenden. Das hat die Kammerversammlung der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg beschlossen. Die Delegierten lehnten es ab, die Änderungen zur Musterberufsordnung der Bundes­ärzte­kammer (MBO), die der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt beschlossen hatte, in die Landesberufsordnung zu übernehmen. Die Delegierten hätten deutlich gemacht, dass sie die baden-württembergische Lösung, in der Modellprojekte zur ausschließlichen Fernbehandlung der Ärztekammer zur Genehmigung vorgelegt werden und positiv beschieden werden müssen, als richtigen Weg betrachteten, sagte ein Sprecher der Lan­des­ärz­te­kam­mer dem Deutschen Ärzteblatt. Diese Lösung hätte man sich auch für andere Bundesländer als Vorbild gewünscht. Er betonte, es sei nicht beabsichtigt, in absehbarer Zeit die Berufsordnung in Richtung der MBO zu ändern.

Fachärzte, die in Baden-Württemberg praktizieren, können damit zwar theoretisch eine ausschließliche Fernbehandlung für ihnen unbekannte Patienten anbieten. Dafür müssten sie aber einen Antrag bei der Lan­des­ärz­te­kam­mer stellen. Die Genehmigung ist an konkrete Vorgaben, unter anderem an eine Evaluation gebunden. Dem Sprecher zufolge sind bisher kaum Anträge von einzelnen Ärzten bei der Lan­des­ärz­te­kam­mer eingegangen. Im Vorfeld der Antragstellung gebe es intensive und ausführliche Beratungen zu den Vorhaben, sagte er. Dabei entscheide sich zumeist, ob Anträge am Ende wirklich eingereicht würden. Der Sprecher empfiehlt Ärzten, die an der ausschließlichen Fernbehandlung in Baden-Württemberg teilnehmen wollen, sich an einem der bestehenden Modellprojekte zu beteiligen. Für Ärzte könne sich etwa DocDirekt von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg anbieten, sagte er. may

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