ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2018Psoriasis vulgaris: Auf die Galenik kommt es an

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Psoriasis vulgaris: Auf die Galenik kommt es an

Dtsch Arztebl 2018; 115(49): A-2299

Walter, Monika

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Sprühschaum mit der Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason-Dipropionat bietet bei der Behandlung Vorteile gegenüber herkömmlichen topischen Formulierungen.

Typische gerötete Hautareale bei Psoriasis-vulgaris-Patienten. Foto: picture alliance
Typische gerötete Hautareale bei Psoriasis-vulgaris-Patienten. Foto: picture alliance

Die topische Behandlung ist nach wie vor Standard bei einer Psoriasis vulgaris und wird auch im Update der S3-Leitlinie zur Behandlung von Patienten mit leichter Psoriasis empfohlen (1). Im Vordergrund stehen Vitamin-D3-Analoga und Kortikosteroide, die häufig als Fixkombination – beispielsweise als Enstilar® – zum Einsatz kommen.

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Topische Vitamin-D3-Analoga gehören bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis zum festen therapeutischen Repertoire der Dermatologen. Diese Aussage leitet Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Hamburg, aus der PsoLong-Studie ab und betonte, dass das Verordnungsverhalten damit den Leitlinien entspreche. Die PsoLong-Studie, die die Therapiegewohnheiten bei leichter Psoriasis unter Dermatologen evaluierte, bestätigt damit den hohen Stellenwert der Vitamin-D3-Analoga zur Behandlung der leichten Psoriasis. Etwa die Hälfte der Ärzte, die mit Vitamin-D3-Analoga behandelt, verwendet diese in fixer Kombination mit Betamethason. Und mehr als ein Drittel der Dermatologen führt die Therapie mit der Fixkombination nach einer Besserung der Symptomatik in Form einer proaktiven Therapie fort (2).

Galenik und Hautstatus beachten

Augustin kritisierte, dass die gültigen Leitlinien zur Therapie der Psoriasis keine Hinweise dazu enthielten, in welcher galenischen Form die topischen Wirkstoffe am besten appliziert werden. Die 2018 publizierte S2k-Leitlinie (3) unterstreicht, dass es bei der Auswahl eines bestimmten Topikums neben den Qualitäten des Wirkstoffs auch wesentlich auf die galenische Zubereitung und den Hautstatus des Patienten ankommt. Von einer Substitution, die sich nur an der Wirkstoffgleichheit von Arzneimitteln orientiert, wird ausdrücklich abgeraten.

Die bisher vorliegende Evidenz zur topischen Langzeittherapie mit Vitamin-D3-Analoga und Kortikosteroiden bei Psoriasis fasst ein von Augustin präsentiertes Positionspapier zusammen, das auf einem systematischen Literaturreview basiert. Es unterstreicht die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombination der beiden Therapeutika, betont aber auch, dass die Evidenz für diese Aussage nur auf Daten zur Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason basiert (4). So bietet die Anwendung eines Sprühschaums mit der Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason-Dipropionat nachweislich Vorteile gegenüber herkömmlichen topischen Formulierungen (5, 6).

Ein topisches Kortikosteroid und Calcipotriol lassen sich nur schwer gemeinsam in einer Grundlage verarbeiten, da beide Wirkstoffe nur in einem sehr engen pH-Bereich stabil sind. Bei Enstilar®, einem Sprühschaum mit einer Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason-Dipropionat, wurde eine Formulierung gewählt, die auf dem Prinzip der Supersaturation beruht: Das Vehikel ist mit den gelösten Wirkstoffen übersättigt. Im Gegensatz zu anderen Formulierungen sind Calcipotriol und Betamethason-Dipropionat in der Sprühflasche vollständig gelöst – eine Kristallisation der Wirkstoffe, wie sie in der Salben- und Gelformulierung auftreten kann, kommt im Sprühschaum nicht vor (7).

Nach dem Aufsprühen auf die Haut verdunsten die Treibmittel vollständig; die Wirkstoffe liegen dann in einer übersättigten Lösung vor (7). Infolge der Supersaturation wird die Hautpenetration verbessert und die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe in der Haut erhöht, was die bessere Wirksamkeit von Calcipotriol/Betamethason im Vergleich zu Salben- und Gelformulierungen erklärt (3, 4).

Das Präparat ist zur topischen Behandlung der Psoriasis vulgaris bei Erwachsenen ohne Begrenzung der Schweregrade und Körperregionen zugelassen und wird über einen empfohlenen Zeitraum von 4 Wochen 1-mal täglich auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen. Monika Walter

Quelle: Seminar „Best practice: Pruritus optimal messen und behandeln“, im Rahmen der 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, München, 27. Juli 2018.
Veranstalter: Leo Pharma GmbH

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit4918
oder über QR-Code.

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