ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2018Unterstützung für Angehörige: Umgang mit depressiv erkrankten Menschen

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Unterstützung für Angehörige: Umgang mit depressiv erkrankten Menschen

PP 17, Ausgabe Dezember 2018, Seite 534

Gießelmann, Kathrin

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Foto: Highwaystarz-Photography/Getty Images/iStockphoto
Foto: Highwaystarz-Photography/Getty Images/iStockphoto

Das neue Onlineprogramm der AOK, „Familiencoach Depression“, soll Angehörigen helfen, den Alltag mit einem depressiv erkrankten Menschen besser zu bewältigen. Dabei lernen Familie und Freunde mit Symptomen wie Freudlosigkeit oder Antriebslosigkeit umzugehen. Noch dieses Jahr soll das kostenfreie Angebote exklusiv für AOK-Versicherte ergänzt werden.

Das Programm basiert auf den Inhalten von Psychoedukationskursen, die die Belastung der Angehörigen nachweislich senken können. Das Onlineprogramm zeigt unter anderem in 14 Videos, wie es gelingt, die Beziehung zum erkrankten Angehörigen zu stärken, mit Krisensituationen umzugehen, den Erkrankten zu unterstützen und sich selbst in dieser schwierigen Situation nicht zu überfordern. In kurzen Interviews geben Experten Hinweise – zum Beispiel zu der Frage, wie man sich verhalten sollte, wenn man bei einem Familienmitglied oder Freund Suizidgedanken vermutet.

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Der „Familiencoach Depression“ ist mit Fokusgruppen von Angehörigen und betroffenen Patienten entwickelt worden. Befragungsergebnisse aus dem vergangenen Jahr („Deutschland-Barometer Depression“) zeigen zudem erhebliche Wissenslücken bei Angehörigen, berichtet Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe: „So glaubt jeder dritte Angehörige fälschlicherweise, dass Depression ein Resultat von Charakterschwäche sei, während es bei den Betroffenen 22 Prozent der Befragten sind.“ 85 Prozent der Angehörigen seien der Meinung, dass Antidepressiva süchtig machten – im Vergleich zu 60 Prozent der Betroffenen.

Um die Wirkung des Onlineangebots nachzuweisen, startet demnächst eine Evaluation. Die Ergebnisse werden frühestens in drei Jahren erwarten. gie

https://depression.aok.de/

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