ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2018Großbritannien: Mehr Antidepressiva nach Brexit-Entscheidung

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Großbritannien: Mehr Antidepressiva nach Brexit-Entscheidung

PP 17, Ausgabe Dezember 2018, Seite 532

Hillienhof, Arne

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Die Entscheidung zum Brexit hat vermutlich die Unsicherheit in der Bevölkerung erhöht. Foto: picuture alliance
Die Entscheidung zum Brexit hat vermutlich die Unsicherheit in der Bevölkerung erhöht. Foto: picuture alliance

Die Verschreibung von Antidepressiva ist in Großbritannien unmittelbar nach der Brexit-Entscheidung im Juni 2016 im Vergleich zu anderen Arten von Medikamenten gestiegen. Das berichten Wissenschaftler im British Medical Jour-nal (doi 10.1136/jech-2018–210637). „Obwohl diese Erkenntnis interpretierbar ist, könnte der Trend durch die erhöhte Unsicherheit einiger Bevölkerungsgruppen nach der Abstimmung ausgelöst worden sein“, so die Wissenschaftler. Sie verglichen die offiziellen monatlichen Verschreibungsdaten für Antidepressiva für alle 326 Wahlbereiche in England mit anderen Medikamentenklassen für Krankheiten, die weniger sofort von Stimmungsschwankungen betroffen sind. Dazu gehörten Medikamente zur Behandlung von Eisenmangelanämie, Gicht, Insulinen, Schilddrüsenproblemen, Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels und der Blutfette. Die Wissenschaftler untersuchten die Verschreibungsmuster speziell für den Monat Juli für jedes Jahr zwischen 2011 und 2016, um die unmittelbaren Folgen des Ergebnisses des Referendums zu erfassen. Die Analyse der Daten zeigte, dass vor dem Referendum die definierten Tagesdosen für Antidepressiva im Juli gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, ebenso wie die Verschreibungen der anderen Medikamente. Im Monat nach dem Referendum stiegen die definierten Tagesdosen für Antidepressiva weiter an, wenn auch langsamer, aber die für die anderen Medikamente fielen, nachdem sie eine Phase des Wachstums erlebt hatten. hil

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