ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2018Yoga: Beste Evidenz bei leichten Depressionen

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Yoga: Beste Evidenz bei leichten Depressionen

PP 17, Ausgabe Dezember 2018, Seite 566

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Ob Yoga auch eine therapeutische Wirkung hat, fragten Psychologen der Ruhr Universität Bochum. Die beiden haben anhand mehrerer einschlägiger Studien die Evidenz zur Wirksamkeit von Yogatherapie bei psychischen Störungen mit Fokus auf Depressionen, Angst, PTBS und Schizophrenie ermittelt. Sie kamen zum Ergebnis, dass Yoga mit Atem- und Meditationstechniken eine komplementäre Therapie mit bester Evidenz bei unipolaren leichten Depressionen ist. Für andere und schwerere psychische Störungen ist die Evidenz hingegen weniger eindeutig, weist aber auf positive Wirkungen hin. Ursachen für die geringe Eindeutigkeit sind unter anderem, dass oft zu wenige Studien vorliegen, dass die Yogainterventionen nicht genau beschrieben werden, dass nur kurzfristige Effekte gemessen werden und dass die Stichproben klein sind und mehrheitlich aus weiblichen Teilnehmern bestehen.

Die Vorteile von Yoga liegen nach Ansicht der Autoren darin, dass es sozial akzeptiert ist und seine Anwender nicht stigmatisiert werden. Es ist darüber hinaus leicht zugänglich, kostengünstig, ganzheitlich und ressourcenorientiert. Vor allem aber verbessert es Lebensqualität und Wohlbefinden und trägt somit bei, Stress und psychische Symptome zu reduzieren. Nachteile und Nebenwirkungen hat Yoga kaum. Die Autoren warnen davor, Yoga kompetitiv auszuüben und raten Anfängern einige Übungen zu meiden. Weitere Forschungen sollten die Wirkungsweisen von verschiedenen Yogainterventionen erkunden. Außerdem sollten Langzeiteffekte und Nebenwirkungen untersucht werden. ms

Meister K, Becker S: Yoga bei psychischen Störungen. Nervenarzt 2018; 89 (9): 994–998.

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