ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2018Körperliche Erkrankungen: Geschichten, die im Körper wirken

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Körperliche Erkrankungen: Geschichten, die im Körper wirken

PP 17, Ausgabe Dezember 2018, Seite 571

Ringwelski, Beate

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Dass heilende Kräfte aus dem Unbewussten durch metaphorische Geschichten mobilisiert werden können, ist aus der Hypnotherapie seit Langem bekannt. Auf den theoretischen Hintergrund geht Stephan Hammel nur kurz im Vorwort ein. Zur Vertiefung des Themas gibt das Literaturverzeichnis Hinweise. Das vorliegende Buch enthält nun 120 durchdachte Geschichten, die speziell bei körperlichen Erkrankungen angewendet werden können. Beim zügigen Lesen des Buches bekommt man allmählich ein Gespür dafür, wie solche Geschichten aufgebaut sind und einem gewünschten Ziel zustreben, nämlich der Linderung oder gar Beseitigung von körperlichen Symptomen.

Im Buch wird zu jeder Geschichte kurz angegeben, zu welchen Krankheitsbildern sie passt. Dabei handelt es sich nicht nur um psychosomatische Beschwerden. Auch zur Schmerzlinderung nach Unfällen, bei operativen Eingriffen, während einer Zahnbehandlung oder infolge degenerativer Erkrankungen sind sie geeignet. Hilfreich sind sie zudem, wenn die Immunität angeregt werden soll, bei Entzündungen und Allergien. Oft ist auch die Veränderung des Blickwinkels auf ein Symptom nützlich. In einem Stichwortverzeichnis wird man rasch eine passende Geschichte finden. Man kann sie dem Patienten vorlesen. Oder man lässt sich von ihr inspirieren und erzählt sie dann nach, wobei ein individueller Zuschnitt von Inhalt und Länge auf den Zuhörer möglich wird. Oft genügt eine kurz gefasste Metapher, um im Patienten ein wirksames Bild entstehen zu lassen und damit zu arbeiten. Ein schönes Beispiel ist die Vorstellung einer Maschine mit Zahnrädern im Bauch, anwendbar bei Darmträgheit. Ist das innere Bild erst einmal aufgetaucht, kann der Patient die Räder dann immer schneller laufen lassen. Der Effekt wird sich rasch einstellen.

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Geeignet ist das Buch auch zur Selbsthilfe. Wenn man eine passende Geschichte liest und sich in sie vertieft, sich dazu Zeit nimmt und sie wirken lässt, dann verändert sich etwas im Körper. So sind der Suggestion und Autosuggestion keine Grenzen gesetzt. Beate Ringwelski

Katharina Lamprecht, Stefan Hammel, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann: Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper. Ernst Reinhardt Verlag, München 2018, 157 Seiten, kartoniert, 16,90 Euro

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